"Krone"-Kampagne für "SN"-Chef "eine Geschmacksfrage"

5. Juni 2015, 13:08
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Perterer über 70 Jahre "Salzburger Nachrichten" und das Problem mit "Servus Krone"

Salzburg (APA) - Manfred Perterer, Chefredakteur der Salzburger Nachrichten, will sich im APA-Interview nicht inhaltlich zur "Krone"-Kampagne gegen den Ausbaustopp für Salzburger Einkaufszentren äußern. Er spricht von einer "Geschmacksfrage", erklärt die Linie der "SN" dazu - und noch einmal, warum die "Salzburger Nachrichten" das Programm von Servus-TV nicht mehr veröffentlichen.

APA: Die Kooperation zwischen Servus TV und der "Krone" beim Bundesländermagazin "Servus Krone" hat offenbar für Irritationen in Ihrem Medienhaus geführt. Die SN haben Servus TV aus dem Fernsehprogramm gestrichen ...

Perterer: Für uns geht diese Kooperation über eine übliche Zusammenarbeit im Marketingbereich zweier verschiedener Medien weit hinaus und betrifft einen Hauptmitbewerber. Deshalb ist diese Zusammenarbeit für uns relevant. Wir wollen über unser Medium nicht unbedingt die Aktivitäten des Mitbewerbers transportieren. Das war der Grund, warum wir Servus TV aus dem Programm genommen haben. Nichtsdestotrotz schätze ich die Arbeit von Servus TV insgesamt und abseits dieser einen Kooperation als beachtenswert und in vielen Fällen als gut ein. Aber da haben wir einfach Flagge zeigen müssen. Da bitte ich um Verständnis, und wir haben von unseren Leserinnen und Lesern dieses Verständnis auch bekommen.

APA: Die Salzburger "Krone" stand zuletzt auch wegen ihrer Kampagne gegen den Ausbaustopp für Salzburger Einkaufszentren in Diskussion ...

Perterer: Ich will nur über unsere Berichterstattung reden und nicht über die anderer. Wir haben da eine klare Haltung: Wir betrachten das absolute Ausbauverbot der Salzburger Landesregierung für regionale Einkaufsmärkte sehr kritisch, weil es sich in zumindest zwei Fällen, sprich den Europark und das Design Outlet Center, nicht um Neuerschließungen und neue Märkte auf der grünen Wiese, die man durchaus kritisch betrachten kann, gehandelt hätte, sondern um die Ausweitung schon bestehender Lagerflächen in Verkaufsflächen. Und da sind wir schon auch inhaltlich der Überzeugung, dass ein Stopp nicht gut für die Region ist. Und die Verwaisung von Ortskernen auf dem flachen Land kann nicht dadurch gestoppt werden, indem ich erfolgreichen Märkten die Möglichkeit nehme zu wachsen. Auch wir haben die Landesregierung kritisiert.

APA: War die "Krone"-Kampagne in der Causa überschießend?

Perterer: Das ist eine Geschmacksfrage, über die ich mich nicht äußern möchte.

70 Jahre "SN"

Anlass für das Gespräch ist das Jubiläum der "Salzburger Nachrichten": Am 7. Juni 1945 erschien die erste Ausgabe der "Salzburger Nachrichten".Gegründet wurden die "Salzburger Nachrichten" von Max Dasch und Gustav Canaval, die nach Ende des 2. Weltkriegs von den amerikanischen Befreiern mit dem Permit Number One die Erlaubnis zum Drucken einer Zeitung erhielten.

SN-Chefredakteur Manfred Perterer stellt seiner Zeitung zum 70. Geburtstag einen "wirklich guten Gesamtbefund" aus. Zwar kämpfe man wie alle Verlage mit der schwierigen Wirtschaftslage und einem durchwachsenen Anzeigenmarkt, die Leserzahlen entwickelten sich aber erfreulich, berichtet Perterer im APA-Interview. Gute Erfolge erziele man derzeit mit der Publikation von bereits veröffentlichten Inhalten.

Für Herbst kündigte der Chefredakteur eine "enge Verzahnung" von Print und Online an. "Wir haben eine Vorstellungen, wie das aussehen könnte, aber wir wissen noch nicht genau, wo das enden wird", so Perterer. (APA, 5.6.2015)

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