Staffelübergabe bei den Immo-Treuhändern

6. Juni 2015, 09:00
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Georg Edlauer folgte kürzlich dem langjährigen Obmann des WKÖ-Fachverbands der Immobilientreuhänder, Thomas Malloth, ins Amt nach

"Thomas Malloth hat hervorragende Arbeit geleistet", sagt jener Mann, der ebendiesem Thomas Malloth kürzlich ziemlich überraschend sein Amt streitig machte: Georg Edlauer. Er ist niederösterreichischer Immobilientreuhänder mit Büros in St. Pölten und Wien, seit 13 Jahren niederösterreichischer Fachgruppenobmann und seit mehr als zehn Jahren im Fachverbandsausschuss. Edlauer wurde, wie berichtet, in der vorvergangenen Woche einstimmig zum Obmann gewählt.

Über die Umstände seiner Wahl, die ein FPÖ-Mandatar in einer Aussendung eine "Palastrevolution" nannte, will Edlauer im Gespräch mit dem Standard nicht allzu viele Worte verlieren. "Seien Sie mir nicht böse, wenn ich da nicht allzu viele Interna dazu sagen will." Der "Großteil der Bundesländer" habe ihn aber gebeten, diese Funktion zu übernehmen. Das sei im Übrigen auch 2005 und 2010 schon so gewesen; "damals habe ich mich dazu aber aus meiner beruflichen und familiären Situation heraus nicht bereit gesehen". Heuer habe man ihn "wieder sehr eindringlich" gefragt, "und diesmal habe ich mich nach einem auch nicht ganz kurzen Nachdenkprozess und nach Rücksprache mit meinen Mitarbeitern und meiner Familie dann doch dazu entschlossen, diese Funktion zu übernehmen". Es habe auch keine Kampfabstimmung gegeben, "sondern es gab einen Wahlvorschlag, das war ich mit meinen Stellvertretern, und der ist einstimmig bestätigt worden".

Gewählt für 5 Jahre

Edlauer wird nun für die kommenden fünf Jahre die Geschicke des Fachverbands leiten, "mit voller Unterstützung aller Mitglieder des Fachverbandsausschusses", wie er sagt. Seine Stellvertreter sind Gerald Gollenz aus der Steiermark und Reinhold Lexer aus Kärnten.

Lexer war es auch, der - wie man aus der Branche hört - ursprünglich gegen Malloth kandidieren wollte. Rund eine Woche vor der Wahl hat sich dann aber doch Edlauer bereiterklärt, in die Wahl zu gehen.

Der scheidende Obmann Malloth wird weiterhin "auf Ersuchen und mit voller Bestätigung des Fachverbandsausschusses", so Edlauer, die Interessen des Verbandes in der Diskussion um die Reform des Wohnrechts vertreten. "Diese Verhandlungen hat er begonnen, und er wird sie auch weiterführen." Dem erweiterten Vorstand im Fachverbandsausschuss gehören außerdem noch die einzelnen Spartensprecher an; konkret Bauträgersprecher Hans Jörg Ulreich (Wien), die Maklersprecher Michael Pisecky (Wien) und Arno Wimmer (Tirol) sowie die Verwaltersprecher Robert Moll (Tirol) und Johannes Wild (NÖ).

Wegbegleiter beschreiben den neuen Obmann als ruhigen, kompetenten Fachmann, der sich kaum in den Vordergrund drängt. Edlauer selbst, dessen Vater einst auch schon Bundesobmann der Immobilientreuhänder war, sieht sich als "jemand, der bedingungslos zur Qualität steht".

Immy in Bundesländern

Qualitätsinitiativen wie den "Immy" oder die Immobiliencard befürwortet der neue Obmann deshalb auch "sehr stark". Ob der Wiener Qualitätspreis Immy - wie bei der jüngsten Verleihung im Jänner postuliert - auch in den Bundesländern vergeben werden soll, sei aber Sache der Landesgruppen, sagt er. Man sei hier aber jedenfalls "am Überlegen".

Die Immobiliencard, 2011 ebenfalls in Wien eingeführt und mittlerweile bundesweit mehr oder weniger gut umgesetzt, sollten nur Makler mit entsprechender Ausbildung und mit fixem Beschäftigungsverhältnis bekommen, sagt Edlauer. Der Frage, ob das für ihn auch impliziert, dass Makler schon vor Beginn ihrer Tätigkeit die Ausbildung nachweisen müssen, weicht er ein wenig aus. "Eine gewisse Schonfrist ist dadurch entstanden, dass die Immobiliencard sehr rasch eingeführt wurde und die Ausbildungsangebote noch nicht so breit gestreut waren wie heute." Diese Schonfrist sei durchaus okay; "wie lange die sein soll, ist ein anderes Thema".

Eines ist für ihn klar: "Wenn ein Makler mit Kunden zu tun hat, muss er das entsprechende Wissen haben. Sonst scheitert er ja an den einfachsten Fragen." Wer dieses Wissen noch nicht mitbringe, müsse eben von seinem Vorgesetzten beim Kundenkontakt begleitet werden. "Denn es ist ja nicht das Gleiche, ob ich ein Seidl Bier in einer Bar verkaufe oder eine Wohnung."

Gegen "Bestellerprinzip"

Vom Bestellerprinzip, wie es gerade in Deutschland umgesetzt wurde, hält er nicht viel. "Wir mussten bei den Provisionen schon vor fünf Jahren eine einschneidende Beschränkung hinnehmen. Wenn es jetzt zu einer weiteren Kürzung kommt, werden gewisse Mietwohnungen nicht mehr über Makler angeboten, sondern von privat zu privat, ohne Gewährleistung. Dass das gut ist, wage ich zu bezweifeln." (Martin Putschögl, 6.6.2015)

  • Nach zehn Jahren Malloth war es Zeit für einen Wechsel, fanden offenbar die  Mandatare im (vom ÖVP-Wirtschaftsbund dominierten) Fachverband.

    Nach zehn Jahren Malloth war es Zeit für einen Wechsel, fanden offenbar die Mandatare im (vom ÖVP-Wirtschaftsbund dominierten) Fachverband.

  • Neuer Obmann der Immo-Treuhänder: Georg  Edlauer.
    foto: wkö

    Neuer Obmann der Immo-Treuhänder: Georg Edlauer.

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