Draußen sein ... mit der Sherwood-Hose und dem Hiking Shirt von Schöffel

7. Juni 2015, 15:00
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Freizeit-Stoffe mit Zipp, Nano-Tasche und Lüftungsschlitzen: Funktion geht eindeutig vor

So, das klingt jetzt brutal. Aber: Meine Freundin war erbarmungslos - und erklärte mir beim Auspacken der Stücke, dass "ich mit diesen Teilen mit dir nicht raus geh. Nein, auch nicht, wenn wir nur im Wald unterwegs sind". Ihre ästhetischen Prinzipien, meinte sie, unterminiere mein Anzieh-Pragmatismus ohnehin ständig. "Diese Dinger können nobelpreisfunktional sein, das Klima und die Wale retten. Aber: Ich kriege davon Augen-Krebs. Willst Du echt aussehen wie ein deutscher Tourist über 60?"

foto: thomas rottenberg

Natürlich übertreibt die Dame. Maßlos. Denn als ich vergangene Woche dann in Griechenland beim Besuch der hoch über Sparta gelegenen Burg- und Klosterruinen von Mystras die dermaßen gedisste Sherwood-Pant und das ebenso gemobbte Hiking Shirt UV II von Schöffel anzog, waren die Reaktionen der Kolleginnen und Kollegen auf dieser Peloponnes-Pressereise weit weniger harsch: "Die Hose geht eh einigermaßen - aber das Hemd … ", meinte der sehr modebewusste Herr von der sehr großen Tageszeitung. "Das Hemd geht doch eh. Halbwegs. Aber die Hose …", erwiderte die designerlabelsüchtige Kollegin vom Reisebranchenblatt.

Ich zuckte mit den Schultern: Wenn ich wandere, auf Berge krabble oder in der prallen Sonne durch Ruinen oder Wüsten stapfe, geht bei mir Funktion vor. Und da war ich mit den beiden Teilen aus der aktuellen Kollektion des deutschen Outdoorlabels mehr als gut bedient:

foto: thomas rottenberg

Die Sherwood-Pant hat nämlich nicht zufällig gerade ein paar Preise diverser Outdoormagazine eingeheimst. Sie kann all das, was eine Wander- und Urlaubshose können muss: Elastisch, schnelltrocknend, bewegungs- und körperfreundlich - und schmutzkaschierend (dass letzteres ident mit dem ist, was man "Nicht-Farben" nennt? Geschenkt).

foto: thomas rottenberg

Abgesehen davon kann man die Hosenbeine nicht nur rasch abzippen, sondern den unteren Teil per Längszipp auch ganz öffnen: Bei anderen, die diesen Zipp nicht haben, ist das Hose-über-die-Schuhe kriegen meist mehr als nervig.

foto: thomas rottenberg

Abgesehen davon ist die Hose auch sonst noch recht "intelligent" konzipiert: Neben zwei Oberschenkeltaschen, zwei Front und zwei Po-Taschen (eine davon mit Zipp) gibt es noch eine kleine, unauffällige und mit einem Zipp gesicherte Nano-Tasche vorne. Und ein paar - beim Wandern - praktische Verstärkungen an den unteren Beinenden innen.

Summa summarum ein Stück Freizeit-Stoff, mit dem man sicher keinen Mode- oder Modelcontest gewinnen wird, das aber bei auf Packvolumen, Funktionalität und Effizienz bedachten Reisenden 100 von 100 Punkte bekommt.

Stretchhose Sherwood Zip: 119,95€

foto: thomas rottenberg

Nicht outdoormagazinprämiert, aber dafür von mir mit der Funktions-Note "sehr gut" bewertet (und sei es nur - wie die Hose auch - als Referenzmodell dafür, worauf es beim Wander- und Aktivurlaubsgewandkauf zu achten lohnt), wird das "Hiking Shirt UV II". Denn UV-Schutz bei leichten Funktionsstoffen ist kein ganz neues, aber doch als immer wichtiger wahrgenommen werdendes Thema. Nicht nur von Menschen mit meinem Hauttyp.

foto: thomas rottenberg

Hiking Shirt UV II, 79,95 €

Wenn derartige Shirts dann auch ein paar schlaue Features aufweisen: Umso besser. Wenn da etwa zwei Taschen eingebaut sind, von denen eine einen Längs- und die andere einen Querzipp hat. Oder wenn im Schulterbereich ein leichter Mesh-Einsatz (so wie bei den Brusttaschen) ein bisserl Luft zwischen Haut und Stoff lässt. Oder - und das ist grad im Sommer wirklich fein - hinter den Armen "Lüftungsschlitze" eingebaut sind: Beim Ruinenkraxeln am Peloponnes lernt man derlei rasch schätzen - auch wenn man natürlich trotzdem schwitzt.

Aber - und das ist halt noch einer der Vorteile dieser Funktionsstoffe: Das Ding trocknet praktisch sofort. Nicht nur auf der Haut - sondern auch, wenn man es (hoffentlich) nach dem Tragen rasch durchwäscht.

Weil: Ungewaschen und mehrfach durchgeschwitzt sind solche Teile nämlich für den Rest der Welt eine echte Zumutung. Olfaktorisch. So wie ihre Träger auch. Aber in diesem Punkt unterscheiden sich Outdoorsachen keine Sekunde von Gewand, mit dem man auch gehobenen Styling- und Modeansprüchen genügt. (Thomas Rottenberg, 7.6.2015)

Anmerkung zu den redaktionellen Leitlinien:

Die Teile wurden vom Hersteller für den Testzeitraum zur Verfügung gestellt und danach retourniert.

Die Reise auf den Peloponnes war eine Einladung der Griechischen Zentrale für Tourismus und der AUA-Urlaubsfluglinie MyHoliday

  • Im Sinne der Compliance-Regeln des STANDARD halten wir fest: Die getesteten Teile wurden und werden uns in der Regel von den Herstellern und/oder ihren PR-Agenturen für einen beschränkten Zeitraum zur Verfügung gestellt. Andernfalls – etwa bei von Freunden Geborgtem, selbst Gekauftem, aus logistischen, verschleiß- oder verschmutzungstechnischen Gründen nicht Refundierbarem oder Dingen, die uns so gut gefallen, dass wir sie nicht mehr hergeben können/wollen – wird das im Artikel angeführt.

    Das wahre Fitnesscenter ist draußen. Und der große Abenteuerspielplatz Outdoor zieht Kinder jedes Alters immer mehr in seinen Bann. Deshalb testet Thomas Rottenberg wöchentlich "Spielzeug", das für Spaß, Sport oder sonst was im Freien gedacht und gemacht ist. Selbst, streng – und subjektiv

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