Abwehrschlacht gegen Argentinien wird belohnt

5. Juni 2015, 07:45
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Schönheitspreis wird der ÖFB-U20 keiner verliehen, das 0:0 hievt die Mannschaft von Andreas Heraf aber ins WM-Achtelfinale

Wellington – Österreichs U20-Nationalteam hat zum zweiten Mal bei einer WM-Endrunde die Gruppenphase überstanden. Die Auswahl von Andreas Heraf trotzte U20-Rekordweltmeister Argentinien am Freitag in Wellington ein glückliches 0:0 ab und schaffte als Zweiter der Gruppe B mit fünf Punkten hinter Ghana (7) den Aufstieg ins Achtelfinale.

Noch unbesiegt

Die ÖFB-Auswahl blieb damit nach dem 1:1 gegen Ghana und dem 2:1 gegen Panama auch im dritten Spiel unbesiegt. Zu verdanken hatte sie das vor allem Goalie Tino Casali, der die Argentinier immer wieder mit tollen Paraden zur Verzweiflung brachte. Die Österreicher haben damit weiter die Chance, in die Fußstapfen der U20-Auswahl von 2007 zu treten, die in Kanada Platz vier geholt hatte.

Achtelfinalgegner ist am 11. Juni (6 Uhr, live in ORF 1) der Zweite der Gruppe F. Vor der letzten Runde liegt dort Deutschland (6) vor Honduras (3), Fidschi (3) und Usbekistan.

Bei den Österreichern rückte Markus Blutsch für den am Oberschenkel verletzten Florian Grillitsch in die Mannschaft, der wiedergenesene Philipp Lienhart bekam gegenüber Sandi Lovric in der Innenverteidigung den Vorzug. Nur in den ersten Minuten konnten die Österreicher die Partie offen gestalten, da wäre auch die Führung möglich gewesen. Schon nach zwölf Sekunden prüfte Andreas Gruber Argentiniens Goalie mit einem Weitschuss, in der achten Minute traf Valentin Grubeck bei einem Volley aus zwölf Metern den Ball nicht optimal.

Pulver früh verschossen

Damit hatten die Heraf-Schützlinge aber ihr Pulver auch schon komplett verschossen. Was folgte, war eine reine Abwehrschlacht, bei der die Mannschaft kaum aus der eigenen Hälfte herauskam. Das Glück stand den Österreichern aber auch zur Seite: Tripichio schoss im Strafraum mit Simeone den eigenen Mann (10.).

Sonst rückte Casali in den Fokus. Der Austria-Goalie hielt einen Correa-Schuss (20.) nach einem aus einem Laimer-Fehler resultierenden Konter und war auch bei einem Tripichio-Abschluss (40.) mit einer Parade zur Stelle. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte zeigte der 19-jährige Kärntner zudem bei einem Simeone-Schuss eine Glanztat, den Nachschuss rollte der Sohn von Atletico-Madrid-Trainer Diego Simeone am langen Eck vorbei.

Argentinien kombinierte nach Belieben

Die Argentinier hatten vor der Pause 70 Prozent Ballbesitz, konnten nach Belieben kombinieren, die ÖFB-Elf stand zu weit vom Gegner weg und kam so nicht richtig in die Zweikämpfe. Das Spielgeschehen änderte sich auch nach der Pause kaum. Die Argentinier drückten vehement auf die Führung, der eingewechselte Romero stellte sich gleich einmal mit einem gefährlichen Schuss (51.) ein.

Kurz darauf konnte sich einmal mehr Casali bei einer Doppelchance (58.) auszeichnen. Correa verfehlte zudem per Kopf das Tor (63.). Der Sturmlauf der Argentinier wurde auch in der Schlussphase nicht belohnt. Ein Correa-Pressball mit Lukas Gugganig landete knapp neben dem Tor (87.). Am Ende hatten die Argentinier mit 71 Prozent Ballbesitz und einer Torschussbilanz von 27:4 (davon 10:1 aufs Tor) statistisch klar die Nase vorn, die ÖFB-Auswahl mauerte das 0:0 aber erfolgreich über die Zeit. (APA, 5.6.2015)

Andreas Heraf (ÖFB-U20-Teamchef):

  • Zum Aufstieg:
    "Wir wollten diesen Punkt unbedingt, um fix weiterzukommen. Gegen eine verdammt starke Mannschaft war es eine schwierige Arbeit. Der Aufstieg hat einen großen Stellenwert für mich, aber viel wichtiger sind meine Jungs, sie haben Überragendes erreicht."

  • Zur Taktik:
    "Wir haben die 'Double fünf' im Training dazugenommen, um ein Resultat in den letzten Minuten über die Runden zu bekommen. Heute haben wir mehr als eine halbe Stunde so gespielt, das war nicht schön anzuschauen, aber wenn man eine Runde weiterkommt und gleichzeitig Rekordweltmeister Argentinien nach Hause schickt, dann hat man alles richtig gemacht."

Tino Casali (Österreichs U20-Teamgoalie):
"Es war das Spiel meiner Karriere. Man muss heute aber die Mannschaft hervorheben. Wir haben Beton angerührt, das war aber auch notwendig. Das Ergebnis gibt uns Recht. Ich habe Gänsehaut. 2007 und 2011 habe ich die Spiele noch vor dem Fernseher verfolgt und jetzt stehen wir im Achtelfinale."

Humberto Grondona (Argentiniens U20-Teamchef):
"
Wir haben es uns nicht verdient, schon in der Gruppenphase auszuscheiden. Wir haben sehr viel von uns erwartet und sind mit großen Hoffnungen nach Neuseeland gekommen. Wir haben alles versucht, um mehr zu erreichen. Wir haben auch heute alles gegeben, der Ball wollte einfach nicht ins Tor."

Video

Die Matchhighlights

Tabellen

Alle Gruppen und Spiele im Überblick

U20-WM in Neuseeland, Freitag

Gruppe B, 3. Runde:

Österreich – Argentinien 0:0
Wellington, SR Ryuji Sato (JPN)

Österreich: Casali – Rosenbichler, Gugganig, Lienhart, Joppich – Blutsch, Rasner, Laimer, Gruber (46. Lovric) – Gschweidl (69. Puchegger), Grubeck (42. Brandner)

Argentinien: Batalla – Monteseirin, Mammana, Casasola (50. Romero) – Rolon, Martinez, Cubas (59. Pavon), Tripichio – Espinoza (66. Buendia), Correa, Simeone

Gelbe Karten: Rasner, Joppich bzw. keine

  • Man of the match: Tino Casali.
    foto: apa/ap/setford

    Man of the match: Tino Casali.

  • Martin Rasner stellt sich dem Argentinier Giovanni Simeone.
    foto: apa/ap/setford

    Martin Rasner stellt sich dem Argentinier Giovanni Simeone.

  • Jubel nach dem Schlusspfiff.
    foto: apa/ap/setford

    Jubel nach dem Schlusspfiff.

  • Trainer Heraf nimmt den Aufstieg zur Kenntnis.
    foto: apa/epa/pemberton

    Trainer Heraf nimmt den Aufstieg zur Kenntnis.

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