Auch Jemens Huthi-Rebellen für UN-Friedensgespräche

5. Juni 2015, 15:11
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Exil-Regierung hatte bereits am Vortag zugesagt - laut UN schon fast 2300 Tote im Bürgerkrieg

Sanaa/Dubai - Jemens Exil-Regierung und die gegen sie kämpfenden Huthi-Rebellen haben sich nun doch zur Teilnahme an den in Genf geplanten Friedensgesprächen bereit erklärt. Das teilten der Informationsminister der ins Exil geflohenen Regierung, Essedine al-Isbahi, sowie Daifallah al-Shami vom Politbüro der Huthi-Rebellen am Freitag mit. Die Gespräche sollen am 14. Juni in Genf stattfinden.

Der UN-Sondergesandte Ismail Ould Cheikh Ahmed hatte den UN-Sicherheitsrat bereits am Mittwoch darüber informiert, dass die Regierung an den Gesprächen teilnehmen wolle. Informationsminister al-Isbahi bestätigte dies nun. Seinen Angaben zufolge soll es bei den Friedensverhandlungen auch um die Umsetzung der UN-Resolution 2216 gehen, die die Huthi-Rebellen zum Rückzug aus den von ihnen eroberten Gebieten auffordert.

Keine Vorbedingungen

Der Huthi-Vertreter al-Shami sagte, die Rebellen seien bereit, sich "ohne Vorbedingungen" an den Verhandlungstisch zu setzen. Die Rebellen verlangen demnach aber auch, dass auch die anderen Konfliktparteien keine Bedingungen stellen.

Ursprünglich sollten in Genf schon Ende Mai Friedensverhandlungen beginnen. Jemens Exil-Regierung hatte aber als Vorbedingung gefordert, dass sich die Huthi-Rebellen aus den von ihnen eroberten Gebieten zurückziehen. Die Gespräche wurden verschoben.

Fast 2300 Tote

Im Jemen liefern sich die Huthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Armeeeinheiten seit Wochen heftige Kämpfe mit den Truppen und Milizen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi, der nach Saudi-Arabien geflohen ist. Seit dem Beginn der Kämpfe Mitte März wurden fast 2000 Menschen getötet und tausende weitere verletzt. Seit Ende März fliegt eine arabische Militärallianz, die von Saudi-Arabien angeführt wird, Luftangriffe gegen die Huthi-Rebellen. Die UNO geht davon aus, dass mindestens eine halbe Million Menschen vor den Kämpfen geflohen sind.

Nach UN-Angaben seit Mitte März zudem fast 2300 Menschen getötet worden. Etwa die Hälfte von ihnen seien Zivilisten gewesen, teilte das UN-Büro für Nothilfekoordinierung (OCHA) am Freitag in Genf mit. Fast 10.000 Menschen seien verletzt worden. Der Bürgerkrieg habe mehr als eine Million Menschen zu Vertriebenen im eigenen Land gemacht, sagte OCHA-Sprecher Jens Laerke.

Insgesamt sind laut OCHA mittlerweile mehr als 20 Millionen Jemeniten auf humanitäre Hilfe angewiesen. Für Hilfsorganisationen werde es immer schwieriger, die Notleidenden im Jemen mit Nahrung, Wasser und Medikamenten zu versorgen. (Reuters, dpa, 5.6.2015)

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