Argentiniens Präsidentin traf Edward Snowden

5. Juni 2015, 14:53
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Anwalt des nach Moskau geflüchteten NSA-Aufdeckers berichtet über Treffen bei Besuch in Russland im April

Buenos Aires/Washington – Die argentinische Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner soll den Whistleblower Edward Snowden in Russland getroffen haben. Kirchner sei mit dem ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter bei ihrem Moskau-Besuch im April zusammengekommen, erklärte Snowdens US-Anwalt Anthony Romero, wie die englischsprachige Zeitung "Buenos Aires Herald" berichtet.

Zweieinhalb Stunden

"Sie haben ein fast zweieinhalb Stunden miteinander gesprochen", sagte Romero in der argentinischen Hauptstadt, wo er als Direktor der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) an einem Menschenrechtstreffen teilnimmt. Romero nannte keine Einzelheiten über die besprochenen Themen. Er wisse nicht, weshalb Kirchner das Treffen nicht öffentlich erwähnt habe.

Im Interview mit der argentinischen Zeitung "Pagina 12" erklärte Romero, Fernández de Kirchner habe sich um das Treffen mit Snowden bemüht. Sie sei das erste Staatsoberhaupt, das mit Snowden zusammenkommen sei.

Kein Kommentar

Regierungssprecher Alfredo Scoccimarro beantwortete Anfragen der Zeitung nicht. Kirchner flog am Donnerstag nach Italien, wo sie am Sonntag von Papst Franziskus empfangen werden soll.

Kurz vor der Reise Kirchners nach Russland waren aufgrund der Enthüllungen Snowdens vermeintliche Spionagepläne Großbritanniens gegen Argentinien veröffentlicht worden. Snowden befindet sich in Russland im Exil, nachdem er in seiner Heimat USA wegen seiner Enthüllungen über den Geheimdienst NSA gesucht wird.

Kirchner verurteilte Morales-Landung

Präsidentin Fernández de Kirchner war eine der schärfsten Kritikerinnen der erzwungenen Landung ihres bolivianischen Amtskollegen Evo Morales auf dem Flughafen Schwechat (derStandard.at berichtete live).

Sie nahm damals an einem spontan einberufenen Treffen der UNASUR-Staatschefs teil und sprach auch UNO-Generalsektretär Ban Ki-moon auf den Zwischenfall an, den sie bei dieser Gelegenheit als Bruch der Wiener Konvention bezeichnete. (red/APA, 5.6.2015)

  • Cristina Fernández de Kirchner bei ihrem Moskau-Besuch. Über das Treffen mit Edward Snowden schweigt die Präsidentin
    apa/epa/yuri kochetkov

    Cristina Fernández de Kirchner bei ihrem Moskau-Besuch. Über das Treffen mit Edward Snowden schweigt die Präsidentin

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