Henry-Handspiel: Fifa zahlte Irland Entschädigung

4. Juni 2015, 23:46
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Angeblich fünf Millionen Euro, damit Iren nach umstrittenem Scheitern nicht prozessieren

Dublin – Neuer Sprengstoff im Fifa-Beben: Der Fußball-Weltverband hat sich im Vorfeld der WM 2010 in Südafrika im "Handball"-Fall um den Franzosen Thierry Henry ein juristisches Verfahren mit dem irischen Verband FAI durch die Zahlung von fünf Millionen US-Dollar erspart.

Die Fifa bestätigte das am späten Donnerstagabend in einem Statement. "Die Fifa hat ein Agreement mit der FAI geschlossen, um jegliche Möglichkeit einer juristischen Klage abzuwenden", heißt es darin.

Die Fifa habe der FAI zunächst ein Darlehen über fünf Millionen Dollar gewährt, um ein Stadion in Irland zu bauen. Hätte sich Irland für die WM 2014 in Brasilien qualifiziert, wäre die Rückzahlung dieses Darlehens fällig geworden. "Irland hat sich nicht qualifiziert. Deshalb und angesichts der finanziellen Situation der FAI hat die Fifa beschlossen, das Darlehen zum 31. Dezember 2014 abzuschreiben", heißt es in dem Statement weiter.

Irland widerspricht

Dieser Fifa-Darstellung widersprach der irische Verband am späten Abend. Die Zahlung sei auf Grundlage eines Vergleichs erfolgt und kein Darlehen gewesen, teilte die FAI mit. Außerdem habe es sich nicht um fünf Millionen Dollar, sondern um fünf Millionen Euro gehandelt.

"Die Abmachung der Fifa mit dem irischen Verband hat zu keiner Zeit einen Einfluss auf unsere kritische Haltung der Fifa gegenüber gehabt. Außerdem war Vertraulichkeit die einzige Bedingung dieser Regelung", hieß es in einer FAI-Stellungnahme.

Es drohte die Klage

"Wir hatten das Gefühl, Anlass zu einer Klage gegen die Fifa zu haben, weil wir im Playoff wegen Henrys Aktion ausgeschieden waren", hatte FAI-Präsident John Delaney zuvor dem Radiosender RTE Radio 1 gesagt. In der Folge sei es zu einem "Abkommen" mit der Fifa gekommen: "Wir setzten uns donnerstags zusammen und hatten montags einen Deal, der von allen Parteien unterzeichnet wurde. Damit war die Sache erledigt."

Irland scheiterte im November 2009 in den Playoffs der WM-Qualifikation 2010 an Frankreich, weil Stürmerstar Henry im Rückspiel in Paris vor seinem Zuspiel zum entscheidenden 1:1 durch William Gallas den Ball mit der Hand angenommen hatte, was von den Schiedsrichtern nicht geahndet wurde. Das Hinspiel hatte Frankreich 1:0 gewonnen. Der irische Verband und die Regierung bemühten sich in der Folge bei der Fifa vergeblich um ein Wiederholungsspiel. (sid, 4.6.2015)

  • Das Ende von Irlands WM-Traum 2010.
    foto: apa/ap/rebours

    Das Ende von Irlands WM-Traum 2010.

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