Alitalia fischt mit Luxusmaschinen Kunden

4. Juni 2015, 18:38
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Unter Etihad-Regie will sich die italienische Airline mit Qualität an Bord im internationalen Flugwettbewerb profilieren

Rom/Abu Dhabi - Unter der Regie des Mehrheitsaktionärs Etihad will sich die italienische Fluggesellschaft Alitalia mit Qualität an Bord im internationalen Flugwettbewerb profilieren. Die Sitze der Business Class in den neuen Maschinen kämen vom Luxusmöbelhersteller Poltrona Frau, die Speisen würden in Tellern des bekannten Porzellanherstellers Richard Ginori serviert, wie Alitalias CEO Silvano Cassano ankündigte.

Alitalia stellte am Donnerstag ihr neues Logo vor. Die italienische Fluggesellschaft bestätigte, dass sie ihre Partnerschaft mit der französisch-niederländischen Air France-KLM 2017 beenden werde. Die Allianz sei für die neu aufgestellte Alitalia mit ihren ambitionierten Plänen nicht mehr länger von Vorteil, meinte Cassano. Die Abmachungen seien zu einer Zeit getroffen worden, als Alitalia noch in einer anderen Verfassung gewesen sei.

Bei der Vorstellung des neuen Logos zog der italienische Premier Matteo Renzi einen Vergleich zwischen der Airline und Italien. Nach der Übernahme durch die arabische Airline Etihad habe Alitalia nach Jahren der Krise endlich den Wendepunkt geschafft und arbeite wieder für Wachstum auf internationaler Ebene. Auch Italien habe nach sieben Krisenjahren endlich wider den Weg des Aufschwungs eingeschlagen.

Selbstmitleid

"Es gibt ein Italien, das sich ständig beklagt und im Selbstmitleid schwelgt und es gibt ein Italien, das eine neue Seite seiner Geschichte schreiben will", kommentierte Renzi bei der Präsentation des Logos in Anwesenheit von Etihad-Chef James Homan und Alitalia-Präsident Luca Cordero di Montezemolo auf dem Flughafen Rom Fiumicino. Renzi erklärte, dass er als Jugendlicher oft von einem Job als Steward geträumt hatte. "Heute kann ich sagen, schnallen Sie sich an, denn Italien fliegt wieder", proklamierte der Regierungschef.

2014 hatte sich die staatliche Airline Etihad aus Abu Dhabi mit 49 Prozent bei der Verluste schreibenden Alitalia eingekauft. Etihad ist auch an Air Berlin beteiligt. 2017 will Alitalia die Gewinnschwelle erreichen. Dazu sollen auch Kostensenkungen und ein Stellenabbau beitragen. Alitalia kündigte am Donnerstag die Wiederanstellung von 310 Mitarbeiter, die im Zuge der Krise ihren Job verloren hatten. (APA, 4.6.2015)

  • Matteo Renzi und Luca Cordero di Montezemolo, Ex-Ferrari-Chef und nun Alitalia-Präsident. Man scheint sich einig zu sein, wie die Zukunft der Airline aussehen soll.
    foto: imago stock&people

    Matteo Renzi und Luca Cordero di Montezemolo, Ex-Ferrari-Chef und nun Alitalia-Präsident. Man scheint sich einig zu sein, wie die Zukunft der Airline aussehen soll.

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