Déjà-vu all over again

Einserkastl4. Juni 2015, 18:36
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Man ist dabei, sich die FPÖ schönzureden

Wikipedia: "Als Déjà-vu (frz. 'schon gesehen') bezeichnet man das Gefühl, eine neue Situation schon einmal erlebt, gesehen zu haben." Die amerikanische Baseball-Legende Yogi Berra wandelte das einmal so ab: "It's like déjà vu all over again."

Und das haben wir jetzt. Teile der SPÖ und der ÖVP sind dabei, sich die FPÖ schönzureden. Burgenlands Niessl fängt an, die steirische ÖVP wird bald folgen. Dann geht's wohl auch im Bund los.

Ist schon mehrfach schiefgegangen. Aber einige politisch Umnachtete probieren es immer wieder. Zur Erinnerung: 1983 zwang der bereits abgetretene Bruno Kreisky die SPÖ in eine Koalition mit der FPÖ. Die leistete in der Regierung Handlangerdienste, zum Beispiel bei der Vertuschung des Mordfalls Lucona / Udo Proksch. FP-Chef Norbert Steger wurde 1986 unter "Sieg Heil"-Rufen von Haider gestürzt. Franz Vranitzky zog die einzig richtige Konsequenz.

2000 versuchte Wahlverlierer Wolfgang Schüssel mit der FPÖ ein strategisches Projekt durchzuziehen: Errichtung einer national-konservativen, längerfristigen Herrschaft unter Marginalisierung der Sozialpartnerschaft und ihrer Institutionen wie ÖGB, AK, aber auch Wirtschaftskammer. Das scheiterte 2006 an der Inkompetenz und Korruption der FPÖ und dem irrlichternden Haider. In Kärnten assistierten ÖVP und SPÖ Haider beim Ruin des Landes.

Also, auf ein Neues. (Hans Rauscher, 4.6.2015)

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    foto: robert newald
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