Zeitungen erlösen erstmals weltweit mehr aus Vertrieb als mit Anzeigen

4. Juni 2015, 18:22
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Weltverband WAN-Ifra: 2014 kamen 81,7 Milliarden Dollar aus Zeitungsverkauf Print und Online, 77,2 Milliarden aus Werbung

Washington/Wien - 159 Milliarden Euro haben Zeitungen weltweit 2014 eingenommen, berichtet der Weltverband der Zeitungen. Seine jährliche Studie "World Press Trends" zeigt, dass 2014 erstmals die Vertriebserlöse die Anzeigenerlöse weltweit überholt haben.

Rund 81,7 Milliarden Euro nahmen Zeitungen in aller Welt im Vorjahr aus dem Verkauf von gedruckten und digitalen Ausgaben ein. Rund 77,2 Milliarden kamen laut Zeitungsweltverband WAN-Ifra aus Werbung.

Größte Erlösquelle seien Leserinnen und Leser geworden", erklärte WAN-Ifra-Generalsekretär Larry Kilman in seinem Referat zur Lage der Blätter beim Weltkongress der Zeitungen in Washington. Vom Geschäftsmodell, dass Werbung Nachrichteninhalte subventioniert, könne man sich verabschieden - diese Grundannahme sei "weg".

In Deutschland seit 2009 Vertrieb vorne

In Deutschland sind die Vertriebserlöse nach Berechnungen des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) seit 2009 höher als die Einnahmen aus dem Anzeigengeschäft, berichtet der Branchendienst dnv. Der Vertriebsanteil liege inzwischen bei 60 Prozent mit weiter steigende Tendenz.

Österreich: 2012 noch Anzeigen vorne

Die aktuellste am Donnerstag öffentlich verfügbaren Zahlen dazu in Österreich stammen aus 2012 - aus dem Public-Value-Bericht 2013 des Verbandes Österreichischer Zeitungen. Damals machten die Anzeigenumsätze noch 53,51 Prozent der Zeitungseinnahmen aus, 46,49 Prozent kamen damals aus dem Vertrieb.

2,7 Milliarden Zeitungsleser

Die World Press Trends enthalten laut WAN-Ifra Daten aus mehr als 70 Ländern, die zusammen mehr als 90 Prozent des globalen Werts der Branche ausmachen.

2,7 Milliarden Menschen lesen nach diesen Daten gedruckte Zeitungen und 770 Millionen Menschen digitale Ausgaben. 93 Prozent der Zeitungserlöse kommen noch aus dem Printgeschäft. (red, 4.6.2015)

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