Safarova und Williams stehen im Paris-Finale

4. Juni 2015, 17:14
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28-jährige Tschechin überrascht gegen Ana Ivanovic, Serena Williams zieht mit schräger Vorstellung nach

Lucie Safarova hat ihren sensationellen Erfolgslauf bei den French Open fortgesetzt. Die 28-jährige Tschechin setzte sich am Donnerstag gegen die favorisierte Ana Ivanovic nach 1:52 Stunden mit 7:5, 7:5 durch und steht damit erstmals im Endspiel eines Major-Turniers. In diesem trifft Safarova auf die topgesetzte Serena Williams, die die Schweizerin Timea Bacsinszky 4;6, 6:3, 6:0 besiegte.

Safarova ist die erste French-Open-Finalistin aus Tschechien (bzw. der CSFR) seit Hana Mandlikova, die das größte Sandplatz-Turnier der Welt 1981 gewann. Safarova hat das erste Grand-Slam-Finale ihrer Karriere ohne Satzverlust erreicht. Mit dem Finaleinzugtritt in Paris sie auch aus dem Schatten ihrer Landsfrau Petra Kvitova, der zweifachen Wimbledon-Siegerin.

Überglücklich

"Das ist wie ein Traum für mich. Unglaublich", sagte Safarova im Sieger-Interview mit Ex-Profi Fabrice Santoro. Gegen Ivanovic gelang ihr der sechste Sieg im neunten Duell. Dabei war die Fed-Cup-Siegerin nervös ins Match gestartet. 2:5 lag sie zurück, drehte dann mit starken Winkelschlägen, guter Beinarbeit und souveränen Aufschlagspielen auf.

Einzig im zweiten Satz, als sie bei 5:4 den Sieg vor Augen hatte, zitterte ihr Arm, ihren ersten Matchball vergab sie mit einem Doppelfehler. Wenige Minuten später nach insgesamt 1:52 Stunden Spielzeit hatte Safarova es dann geschafft. Überglücklich fiel sie rücklings in den roten Sand.

Drama oder nicht?

Im zweiten Halbfinale taumelte Serena Williams, fiel aber nicht. Der Tennis-Superstar aus den USA gab gegen die Schweizerin Timea Bacsinszky eine rätselhafte Vorstellung. Zwischenzeitlich sah es danach aus, als wäre sie im Krankenhaus besser aufgehoben als auf dem Court Philippe Chatrier. "Ich bin krank, ich weiß nicht, woher ich die Energie für diesen Sieg genommen habe", sagte sie anschließend, ehe sie das Sieger-Interview mit einem Hustenanfall beendete. Allen Widrigkeiten zum Trotz: Nach 1:54 Stunden gewann Williams 4:6, 6:3, 6:0.

Williams' Auftritt erinnerte in manchen Momenten an die seltsame Darbietung in Wimbledon im vergangenen Jahr. Damals war sie im Doppel wie benebelt über den Platz gestolpert, vor dem Aufschlag konnte sie nicht einmal mehr den Ball auf den Boden prellen. Das passierte der 33-Jährigen auch gegen Bacsinszky, was folgte, war ein Ass mit 193 Stundenkilometern.

Wie viel Show in ihrem Drama steckte, kann nur Williams selbst beurteilen. Ihr ging es so schlecht, dass sie sich während der Seitenwechsel auf der Lehne ihrer Sitzbank aufstützen und den Kopf mit dem Eishandtuch kühlen musste. Zwischen den Ballwechseln schlich sie im Zeitlupentempo über die rote Asche – eine Behandlungspause nahm sie allerdings nicht. Schwer gezeichnet gewann sie nach dem 2:3 im zweiten Satz zehn Spiele nacheinander und damit das Match. (APA, sid, red, 4.6.2015)

  • Glücklich.
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    Glücklich.

  • Weniger glücklich.
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    Weniger glücklich.

  • Dann doch auch glücklich.
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    Dann doch auch glücklich.

  • Unglücklich.
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