Frankenkredite: Bank Austria führt vor Erste Group

4. Juni 2015, 16:50
60 Postings

Deckungslücke auf 6,1 Milliarden Euro fast verdoppelt

London - Basierend auf einer Untersuchung der Nationalbank hat die Ratingagentur Moody's Österreichs Frankenkredite unter die Lupe genommen. Wie der STANDARD bereits berichtete, hat sich die Deckungslücke auf 6,1 Milliarden Euro zum 1. Quartal fast verdoppelt. Noch immer laufen 18 Prozent der Privatkredite über Schweizer Franken, besonders in Vorarlberg (32 Prozent) und Wien (25 Prozent).

Die Banken werden die Darlehen wohl teilweise restrukturieren müssen, meint Moody's in einer Einschätzung von Donnerstag. Ein hohes Exposure weisen demnach UniCredit Bank Austria mit 11,3 Milliarden an Frankenkrediten , Erste Group (9,1 Mrd. Euro) und Raiffeisen Bank International (4,2 Mrd. Euro) auf. Aber auch Volksbanken (2,6 Mrd. Euro), Bawag (2,1 Mrd. Euro) und Vorarlberger Hypo (1,35 Mrd. Euro) kommen auf ansehnliche Franken-Obligi.

An solchen Fremdwährungskrediten mit Tilgungsträger sind 26,6 Milliarden Euro bei privaten Haushalten ausständig. In Osteuropa sind es vor allem Frankenkredite in Ungarn und Polen, die österreichische Bankentöchter vergeben haben. 2014 waren es 11,2 Mrd. Euro in Summe. (red, 4.6.2015)

Share if you care.