Nach NSA-Skandal: Microsoft öffnet Quellcode für EU-Staaten

4. Juni 2015, 12:50
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Soll Regierungen davon überzeugen, dass keine Hintertüren in die eigene Software implementiert sind

Ein Jahr, nachdem Microsoft europäischen Staaten mehr Transparenz zugesagt hat, macht der IT-Riese aus Redmond nun Ernst. Kunden aus dem Umkreis der Regierungen erhalten die Möglichkeit, den Quellcode von Microsoft-Software einzusehen, schreibt der Spiegel.

Vertrauensbildung

Sinn und Zweck der Maßnahme ist Vertrauensbildung. Die Überwachungsaffäre rund um die NSA und ihre weltweiten Partner hat Befürchtungen ausgelöst, dass sensible Daten über Hintertüren in oft verwendeten Anwendungen an die Geheimdienste wandern könnten. Die Einsicht in den Sourcecode erlaubt es, nach möglichen Schlupflöchern zu suchen.

Ein Vorwurf, den Microsoft stets zurückgewiesen hat. Das Unternehmen gehört, so wie viele andere große Tech-Firmen, zu den Kritikern der Internetüberwachung. US-Dienstleister und Softwarehersteller befürchten, dass die Spähprogramme das Vertrauen der Kunden nachhaltig beschädigen könnte, was starke wirtschaftliche Nachteile mit sich brächte.

Transparency Center

Als Gegenmaßnahme wurde schon vor längerem in Washington ein "Transparency Center" eröffnet. Dieses hat vergangenen Mittwoch ein europäisches Pendant erhalten. Standort ist Brüssel. Bereits 42 Behörden aus 23 Ländern nützen laut Microsoft bereits die Gelegenheit zur Quellcode-Einsicht. (gpi, 04.06.2015)

  • Microsoft versucht, dem Vertrauensverlust durch die NSA-Affäre entgegen zu wirken.
    foto: reuters

    Microsoft versucht, dem Vertrauensverlust durch die NSA-Affäre entgegen zu wirken.

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