Neue Krisenbank in Italien

4. Juni 2015, 11:05
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Die in der norditalienischen Region Venetien etablierte Genossenschaftsbank Veneto Banca hat Schulden in der Höhe von fast einer Milliarde angehäuft und will 30 Filialen zusperren

Rom - Italiens Bankensystem bekommt Probleme mit einem weiteren Geldhaus. Die in der norditalienischen Region Venetien etablierte Genossenschaftsbank Veneto Banca hat die Schließung von 30 Filialen im norditalienischen Raum angekündigt.

Die Bank mit 5.610 Mitarbeitern und 586 Filialen will so die Kosten eindämmen. Im Jahr 2014 hat die Bank 968 Mio. Euro Schulden angesammelt. Laut dem Entwicklungsplan bis 2017 will die Bank dank einer tiefgreifenden Umstrukturierung Gewinne von 170 Mio. Euro schreiben. Dafür sollen 450 Jobs gestrichen und insgesamt 70 Filialen geschlossen werden.

Krisenbedingt denkt die Veneto Banca auch an eine Fusion. Erwogen wird ein Zusammenschluss mit der Volksbank von Vicenza. Vor einer möglichen Fusion müssten sie aber noch in AGs umgewandelt werden. Beide Banken hatten bei den Stresstests der Europäischen Zentralbank (EZB) schwach abgeschnitten. Die Banca Popolare di Vicenza hat im vergangenen Jahr 758 Mio. Euro verloren, die Veneto Banca 650 Mio. Euro.

Die Regierung von Matteo Renzi hat kürzlich eine Volksbanken-Reform erlassen. Danach müssen die zehn größten Volksbanken in Aktiengesellschaften umgewandelt werden. Außerdem wird das Stimmrecht radikal geändert. Statt der alten Volksbanken-Regel "Ein Kopf, eine Stimme" werden auch hier in Zukunft die Aktionäre gemäß ihren Anteilen abstimmen können. Die alte Regel galt bisher auch für die vielen börsennotierten Volksbanken und hatte Übernahmen de facto unmöglich gemacht. Die Reform der Volksbanken sollte eine Fusionswelle in Bewegung bringen. Die italienische Zentralbank (Banca d'Italia) und die EZB haben zuletzt die kapitalschwachen Kleinbanken zu Fusionen aufgefordert. (APA, 4.6.2015)

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