Preis-Poker: Deutscher Senderbetreiber droht, UKW abzuschalten

    4. Juni 2015, 08:30
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    Will höhere Sendermieten bei Bundesnetzagentur durchsetzen - Netzagentur will Markt öffnen

    Berlin/München/Wien - Die deutsche Senderbetreiberin Media Broadcast will nach einem Bericht des deutschen Branchendienstes "Kontakter" höhere Mieten für ihre UKW-Sender durchsetzen. Die Tochter der Telediffusion de France droht dafür laut "Kontakter", andernfalls UKW-Sender ab März 2017 abzuschalten. Fast alle Privatsender nützten die Media-Broadcast-Sender.

    Die Bundesnetzagentur soll demnächst einen Rahmen für die Sendermieten festlegen. Media Broadcast fordere, dass bei den Entgelten die Kosten für Wiederbeschaffung der Anlagen berücksichtigt werden, fasst turi2 den kostenpflichtigen "Kontakter"-Bericht zusammen. Andernfalls wäre die UKW-Übertragung infrage gestellt.

    Marktbeherrscher

    Ein Sprecher der Bundesnetzagentur wird zitiert mit: Es entbehre "jeglicher konkreter Vorstellungskraft", dass die Existenz von Media Broadcast gefährdet sei. Das Ziel der Netzagentur sei, den Markt für weitere anbieter zu öffnen; bisher beherrsche Media Broadcast den Markt. Sie besitze fast alle der 1.600 privaten UKW-Sendestandorte in Deutschland.

    Handyfernsehen, DAB+: Media Broadcast in Österreich

    In Österreich nahm die Media Broadcast unternahm ein paar Anläufe: Sie bot Mitte der 2000er Jahre mit um den österreichischen Sender-Marktbeherrscher - die gerade in die ORS ausgegliederten ORF-Sender. Zum Zug kam schließlich Raiffeisen mit einer 40-Prozent-Beteiligung an der ORS.

    2008 erhielt die Media Broadcast in einem Konsortium mit den Mobilfunkern 3 und One die Lizenz für das eher kurzlebig entschlafene Handy-Fernsehen (DVB-H), hier kooperierte sie schließlich mit der ORS.

    Digitalradio-Test

    Für den gerade angelaufenen Digitalradio-Testbetrieb in Wien (DAB+) legte die Media Broadcast ein Angebot, was offenbar die ORS motivierte, die schließlich zum Zug kam.

    In den Debatten um DAB+ und den Testbetrieb warnen vor allem die - nicht beteiligten - ORF und Kronehit eindringlich vor einem raschen Umstieg auf DAB+ und verlangen im Fall des Falles einen langen Parallelbetrieb. Der freilich würde den ORF "mindestens 50 Millionen Euro im Jahr kosten", erklärte ORF-Chef Alexander Wrabetz gerade seinen Publikumsräten. (red,

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