Mehr als 1300 Flüchtlinge in der Ägäis aufgegriffen

3. Juni 2015, 16:48
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Behörden und Hilfsorganisationen sollen mit Lage überfordert sein. Deutschland schickt weiteres Schiff zur Flüchtlingsrettung

Athen - Die griechische Küstenwache hat innerhalb von zwei Tagen mehr als 1.300 Flüchtlinge in der Ägäis aufgegriffen. Allein auf der Insel Lesbos kamen nach offiziellen Angaben mehr als 700 Menschen an. Die Lage sei nach Berichten örtlicher Medien dramatisch. Hunderte Migranten erreichten auch die Inseln Samos, Kos, Inousses und Chios, wie die Küstenwache am Mittwoch mitteilte.

Migrantenfamilien benutzen sogar Mülltonnen mit Rädern, um ihre Kinder von der Küste zu den nächsten Aufnahmestellen zu bringen, berichteten Medien der Insel Lesbos. Behörden und humanitäre Organisationen seien mit der Lage inzwischen restlos überfordert, berichtete das Staatsfernsehen. Durch die Ägäis führen Routen, über die Schleuserbanden Migranten nach Europa bringen.

Deutschland schickt weiteres Schiff

Unterdessen beteiligt sich die deutsche Marine mit einem weiteren Schiff an der Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. Der Tender "Werra" lief am Mittwoch in Kiel aus und soll in knapp zwei Wochen das Einsatzgebiet südlich von Italien erreichen.

"Mein Auftrag ist es, Menschenleben zu retten", sagte Korvettenkapitän Stefan Klatt (46), der das Schiff kommandiert. Die deutsche Bundesregierung hatte nach einem EU-Flüchtlingsgipfel im April angeboten, sich mit Schiffen an der Seenotrettung zu beteiligen. Die Fregatte "Hessen" und das Versorgungsschiff "Berlin" sind bereits seit einem Monat im Mittelmeer im Einsatz.

An Bord der "Werra" sind neben 66 Soldaten der Stammbesatzung Ärzte, Sanitäter und ein Pfarrer. Das Schiff führt zur Erstversorgung geretteter Flüchtlinge zum Beispiel Sanitäts- und Hygienematerial, Planen, Windeln und Babynahrung mit. (APA, 3.6.2015)

  • In Griechenland sind mehr als 1300 Flüchtlinge angekommen.
    foto: reuters/yannis behrakis

    In Griechenland sind mehr als 1300 Flüchtlinge angekommen.

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