Eklat bei Merkels Pressekonferenz mit ägyptischem Präsidenten

3. Juni 2015, 15:47
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Journalistin: "Er ist ein Mörder" - Deutsche Kanzlerin kritisiert Todesurteil gegen Morsi

Berlin - Die Pressekonferenz der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi endete am Mittwoch in Berlin mit einem Eklat. Nachdem eine in Deutschland lebende arabische Journalistin nicht die Gelegenheit bekam, eine Frage zu stellen, rief sie in Richtung des ägyptischen Präsidenten: "Er ist ein Mörder". Sie wurde dann von Sicherheitskräften abgedrängt.

Die Mehrzahl der ägyptischen Journalisten rief daraufhin "Es lebe Ägypten". Merkel und al-Sisi beendeten die Pressekonferenz noch mit dem üblichen Händedruck vor den Flaggen beider Länder. Al-Sisi und Merkel verließen schnell den Saal. Zuvor verstießen die meisten ägyptischen Journalisten gegen die Gepflogenheiten im Kanzleramt, indem sie Al-Sisi während seines Statements laut applaudierten. Die Medienbetreuer des Kanzleramts hatten Mühe, die Ägypter zu beruhigen.

afpde

In der Pressekonferenz hatte Merkel auch das Todesurteil gegen den früheren ägyptischen Präsidenten Mohamed Morsi kritisiert und Menschenrechtsverletzungen angesprochen. Vor dem Kanzleramt demonstrierten sowohl Anhänger als auch Gegner al-Sisis, der als Armeechef im Juli 2013 an die Macht in Kairo gekommen war. Mittlerweile wurde er in einer Wahl als Präsident bestätigt. (APA, 3.6.2015)

  • Pressekonferenz von Angela Merkel und Abdel Fattah al-Sisi in Berlin.
    foto: imago/stefan zeitz

    Pressekonferenz von Angela Merkel und Abdel Fattah al-Sisi in Berlin.

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