Archäologischer Fund stärkt Halls Welterbe-Hoffnungen

3. Juni 2015, 15:47
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Grabungen fördern mögliche Überreste einer Münzprägemaschine aus dem 16. Jahrhundert zutage

Hall in Tirol - Grabungen nach einem Wasserrohrbruch in der Burg Hasegg in Hall in Tirol könnten eine archäologische Überraschung zutage gefördert haben: Bei den Arbeiten nach dem Wasserschaden wurden "sehr wahrscheinlich" Überreste der Antriebsanlage einer Walzenprägemaschine im Museumsareal entdeckt, teilte die Stadt mit. Ein Foto finden Sie hier.

Die Walzenprägung war ein Verfahren zur Herstellung von Münzen, das Mitte des 16. Jahrhunderts entwickelt worden war. Derzeit gehe man davon aus, dass die vermutete Antriebsanlage aus dieser frühen Phase stammen könnte. Das müsse jetzt aber durch Untersuchungen bestätigt werden, sagt Caroline Schneider von der Koordinationsstelle Welterbe in Hall in Tirol.

Neue Gesichtspunkte

Der Fund könnte eine Überarbeitung der laufenden Bewerbung Halls als UNESCO-Weltkulturerbe notwendig machen. "Im Zuge der Einreichung verpflichtet sich die einreichende Institution, neue Funde oder Erkenntnisse, die die Einreichung betreffen, umgehend zu melden", erklärte Welterbe-Referent Bruno Maldoner vom Bundeskanzleramt. Daher sei die UNESCO auch umgehend informiert worden. Der Fund könnte nämlich - nach eingehender Prüfung - eine industrielle Nutzung belegen. Und dies würde die Chancen auf eine Auszeichnung sehr erhöhen, so Maldoner.

Die Münzstadt Hall hatte sich im Jänner 2014 für die Aufnahme als Weltkulturerbe beworben. Die Burganlage wurde bereits im Jahr 1306 erwähnt. Ihren bedeutendsten Aufschwung erlebte sie 1567, als Erzherzog Ferdinand II. die Münzstätte, die von Siegmund dem Münzreichen 1477 von Meran nach Hall transferiert worden war, von Sparberegg in die Burg Hasegg verlegen ließ. Die letzte Münze wurde dort 1809 geprägt.

"Ein archäologischer Nachweis auf industrielle Nutzung wurde hier bisher nur vermutet", sagte Andreas Ablinger von der Münze Hall. Daher sei das Ergebnis eine "außerordentliche Überraschung" gewesen. Der Bewerbungsprozess werde sich zwar dadurch verlängern, aber die "neuen Funde unterstützen die bisherige Argumentation in so großem Maße - sie nicht mitaufzunehmen, hieße eine große Chance nicht wahrzunehmen", so Schneider. (APA/red, 3.6. 2015)

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