Stronachs Ex-Getreue machen ÖVP älter

Kommentar3. Juni 2015, 16:01
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Warum Marcus Franz und Georg Vetter ein peinliches Verlustgeschäft sind

Früher hieß es Frankschämen statt Fremdschämen, seit heute muss es ÖVPschämen heißen.

Fünf Gründe, warum die Aufnahme der beiden Ex-Abgeordneten des Team Stronach, Marcus Franz und Georg Vetter, im schwarzen Parlamentsklub ein Armutszeichen für die ÖVP ist:

1. Es ist mehr als durchsichtig, dass es hier nur um Geld geht. Der schlechte Ruf, den die beiden mitbringen, kostet die ÖVP jedoch viel mehr an Marktwert als die zusätzlichen 96.236 Euro, die sie einbringen.

2. Ein bekennender Pograpscher beamt die ÖVP zurück in das Mittelalter. Marcus Franz, der sich mit derartigen Aussagen über sexuelle Diskriminierung lustig macht, zerstört mit einem Schlag die ÖVP-Modernisierungsbemühungen von Reinhold Mitterlehner, ob Franz nun Parteimitglied ist oder nicht.

3. Ein Verteidiger des Opfermythos ist eine Schande für jede Partei. "Der Staat Österreich war 1938 tatsächlich das erste Opfer des Nationalsozialismus", sagte Vetter bei der heutigen Pressekonferenz. Derartiges darf in keiner Partei Platz finden.

4. Die ÖVP hat einen Frauenmangel, keinen Mangel an konservativen Männern. Wenn die Partei eine Spur liberaler, offener, zukunftsträchtiger werden will, dann bräuchte sie mehr Frauen. Mit den beiden Herrschaften bietet die ÖVP den anderen Parteien jede Menge Angriffsfläche, was vor der Wien-Wahl, wo sich die Schwarzen mit den Grünen und den Neos um ein ähnliches Wählerpublikum bemühen, taktisch mehr als unklug ist.

5. Es ist einfach nur wahnsinnig peinlich und würdelos. Bei den ersten Twittermeldungen zum kolpotierten Wechsel dachten viele an einen Witz, der aber dann wenig später zur bitteren Wahrheit wurde.

"Man soll nicht zaudern, sondern handeln", erklärte ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka die kurzfristige Entscheidung, die beiden aufzunehmen. Er hätte noch eine Runde überlegen sollen. (Rainer Schüller, 3.6.2015)

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