Nach Vorfall mit radioaktiver Drohne: Japan schränkt private Fluggeräte ein

3. Juni 2015, 12:30
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Regulierung nach Zwischenfall an Amtssitz von Regierungschef Abe

Japan will den Einsatz von privaten Drohnen stark regulieren und damit einschränken. Ein am Dienstag von der Regierung veröffentlichter Regelungsentwurf sieht vor, Drohnenflüge über Wohngebieten und während der Nacht zu untersagen.

Vorfall mit radioaktiver Drohne

Ende April hatte ein Fall für Aufsehen gesorgt, in dem ein inzwischen festgenommener Mann eine leicht radioaktive Drohne auf das Dach des Amtssitzes von Ministerpräsident Shinzo Abe gesteuert hatte. Der geplanten Neuregelung zufolge sollen die kleinen Fluggeräte künftig in der Nähe von Wohngebieten und Flugplätzen nur noch von Nutzern eingesetzt werden dürfen, die vorher umfassende Sicherheitsvorkehrungen treffen. Jeder, der eine Drohne abheben lassen möchte, soll zudem vorher eine Genehmigung zum Führen der Geräte beantragen müssen.

Der Einsatz der unbemannten Fluggeräte stieg in den vergangenen Jahren weltweit rasant. Japans Regierung erkennt den Nutzen von Drohnen, etwa in der Landwirtschaft oder bei der Luftaufklärung nach Unglücken, prinzipiell an und möchte daher einen "flexiblen" Einsatz der Geräte ermöglichen. Bis Ende August wird die Verabschiedung eines Gesetzes zu dem Thema erwartet.

Sand aus Fukushima

Der festgenommene Mann, der Medienberichten zufolge radioaktiven Sand aus Fukushima an der Drohne auf Abes Amtssitz befestigt haben will, ist nicht der einzige, der wegen eines Drohneneinsatzes Probleme mit der Justiz bekam. Im vergangenen Monat nahm die Polizei zudem einen 15-Jährigen fest, der im Internet angekündigt hatte, eine Drohne über ein belebtes Fest in Tokio fliegen zu lassen. Der Jugendliche war bereits zuvor mehrfach wegen Flugübungen in der Nähe beliebter Sehenswürdigkeiten verwarnt worden. (APA, 3.6.2015)

  • Im April landete eine Drohne mit radioaktivem Sand am Dach des Amtssitzes von Ministerpräsident Shinzo Abe.
    foto: reuters/kyodo

    Im April landete eine Drohne mit radioaktivem Sand am Dach des Amtssitzes von Ministerpräsident Shinzo Abe.

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