Hecheln, schwitzen, posen: Laufen ist in Mode

4. Juni 2015, 09:00
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Längst geht es in der Mode nicht mehr nur um die äußere Hülle. Die inneren Werte? Werden genauso optimiert. Für Bauch, Beine, Po hecheln jetzt auch die Fashionistas durch die Straßen.

Wenn man Instagram Glauben schenken kann, dann sieht der Morgen modischer Menschen in etwa so aus: Noch bevor die Chia-Samen, Goji Beeren, Dinkelflocken in die Müsli-Schüssel fallen, heißt es, einige Kilometer im Park zurückzulegen. Das hilft, morgens ganz schnell in Schwung zu kommen. Und einige Schweißperlen durch das fesche Lauf-Leiberl zu drücken.

Eines darf danach aber nicht vergessen werden, es geht am frühen Morgen ja um mehr als straffe Schenkel. Die verlieren sich nachher sowieso in der Weite der Boyfriend-Jeans. Also schnell noch nebenbei eine Statusmeldung über die sozialen Netzwerke raus. Fünf Kilometer in zwanzig Minuten. Denn: Meine Schuhe, mein Körper, meine Laufzeit - Lauf-Apps wie die von Nike erleichtern das Angeben ungemein. Dabei hat der Sportartikelhersteller natürlich nur Hehres im Sinn: "Damit du deine Performance immer weiter verbessern kannst", heißt es auf der Website.

foto: nike
Model Karlie Kloss auf einem Kampagnenbild für Nike im vergangenen Jahr.

Fitter Körper als Gestell

Die Wiederentdeckung des Laufens, in den Achtzigern noch Joggen genannt, ist ja auch nur zu verständlich. Der fitte Körper ist das Gestell, auf dem die schönen Kleider noch viel besser aussehen. Deshalb sind mittlerweile viele Modemagazine auf den Trichter gekommen: Es geht im Leben nicht nur um Prada, Gucci, Louis Vuitton.

Hochglanzinszenierung

Ob Gentlewoman oder die britische Elle, die Hochglanzblätter veranstalten für die Leserinnen und Leser jetzt auch Lauftreffs zum Mitmachen. Und die Sportfirmen, die nehmen das Heft nur zu gern selbst in die Hand und mischen ordentlich mit. Nike zum Beispiel inszeniert in wenigen Wochen wieder einmal mit großem Tamtam Frauenläufe in Berlin, Toronto, London. Die Bewältigung der zehn Kilometer werden da zu einem Erlebnis der Superlative.

karlie kloss online

Schwitzen zahlt sich aus

Bewegliche Vorbilder gibt’s natürlich auch. Das amerikanische Model Karlie Kloss etwa. Das warb im letzten Jahr noch für Nike. Jetzt lief Kloss im März während der Pariser Modewoche tatsächlich einen Halbmarathon – unter zwei Stunden. Ihr Mitstreiter: Startnummer 61338, Modejournalist Derek Blasberg. Und natürlich wurde das Ereignis auf Instagram hinausposaunt. Die Reaktionen? "I love you Karlie!", "omg", "that's awesome". Hecheln, schwitzen, posen zahlt sich heute eben aus: von allen Seiten gibt’s Applaus. (Anne Feldkamp, 3.6.2015)

  • Auch Adidas weiß Laufbekleidung gekonnt in Szene zu setzen.
    foto: adidas

    Auch Adidas weiß Laufbekleidung gekonnt in Szene zu setzen.

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