Jemen: UN fordern humanitäre Waffenruhe

3. Juni 2015, 05:54
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Diplomaten: Neuer Anlauf für Friedensgespräche geplant

New York - Der UNO-Sicherheitsrat hat zu einer erneuten humanitären Feuerpause im Jemen aufgerufen. In einer gemeinsamen Erklärung unterstützten die 15 Mitglieder des Gremiums am Dienstag in New York den Aufruf von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon zu einer "humanitären Pause", um die jemenitische Bevölkerung mit dringend benötigten Hilfsgütern zu beliefern.

Mitte Mai hatte es im Konflikt zwischen den schiitischen Houthi-Milizen und ihren Verbündeten auf der einen und der jemenitischen Regierung und einer Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens auf der anderen Seite eine fünftägige Waffenruhe gegeben, um Hilfslieferungen zu ermöglichen. Ungeachtet internationaler Appelle wurde die Feuerpause nicht verlängert.

Verhandlungen vertagt

In seiner Erklärung zeigte sich der Weltsicherheitsrat zudem "tief enttäuscht" darüber, dass ursprünglich geplante Friedensgespräche zum Jemen nicht zustande gekommen seien. Bans Sprecher Stephane Dujarric erklärte: "Diese Gespräche in Genf müssen ohne Vorbedingungen stattfinden."

Die Verhandlungen waren vor eineinhalb Wochen auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Die jemenitische Exil-Regierung hatte als Vorbedingung für eine Teilnahme an den Friedensgesprächen in Genf gefordert, dass die Houthi-Rebellen sich aus den von ihnen eingenommenen Gebieten zurückziehen.

Treffen womöglich in zwei Wochen

Aus Diplomatenkreisen erfuhr die Nachrichtenagentur AFP nun, die Ankündigung eines neuen Termins für Verhandlungen, womöglich rund um den 10. Juni, stehe bevor. Der Sprecher der jemenitischen Regierung, Radshah Badi, bestätigte Bemühungen um ein Treffen in Genf "in zwei Wochen". Die Gespräche müssten aber auf der UNO-Resolution 2216 basieren. In dieser Resolution waren die Houthi-Rebellen zum Rückzug aus den von ihnen besetzten Gebieten aufgefordert worden. Ein Waffenstillstand sei derzeit nicht Gegenstand der Gespräche, sagte Badi.

Die arabische Militärkoalition fliegt seit dem 26. März Luftangriffe im Jemen, um den Houthi-Vormarsch zu stoppen und dem nach Saudi-Arabien geflüchteten Präsidenten Abd Rabbu Mansour Hadi zurück an die Macht zu verhelfen. Nach UNO-Angaben wurden in dem Konflikt im Jemen bisher fast 2.000 Menschen getötet und mehr als 545.000 Menschen in die Flucht getrieben. (APA, 3.6.2015)

  • Eine Gruppe jemenitischer Soldaten in Marib.
    foto: apa/str

    Eine Gruppe jemenitischer Soldaten in Marib.

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