Realität? Welche Realität?

Einserkastl2. Juni 2015, 17:56
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Die Wirklichkeit ist halt ein Hund und kann richtig hässlich sein

Die Wirklichkeit ist ein Hund. Da sieht alles glänzend aus, man ist prächtig unterwegs, anschleichende Probleme redet man klein. Und dann kommen diese verflixten Wahlen – und alles soll anders werden?

Plötzlich hinterfragt das Stimmvolk die seit Jahrzehnten Regierenden – ob es nun ums ganz große internationale Fußballgeschäft geht, oder, sagen wir, um eine grüne Mark im Süden eines kleinen Landes, das die Wirklichkeit schon lang nicht einmal mehr ignoriert.

Ein Land, in dem immer mehr Menschen ohne Job sind. In dem Schul- und Uniwesen an die Wand gefahren werden, wohin das Gesundheitswesen bald folgen könnte. Ein Land, in dem eine einzige von Populisten beeinflusste Bank den Steuerzahler gerade Milliarden kostet. Der aber – dessen ungeachtet – genau jenen seine Stimme gibt, die dafür ein Gutteil der Verantwortung tragen.

Die Wirklichkeit ist halt ein Hund, kann richtig hässlich sein. Noch viel hässlicher aber ist: die Realitätsverweigerung.

Was tat der Fifa-Chef, bevor er dann doch zurücktrat? Er schloss die Augen. Krise? Welche Krise? "Wir haben nur Schwierigkeiten", veräppelte er die Welt.

Und was tun abgewählte steirische Politiker? Sie machen weiter. Wetten, dass sie glauben, damit das sogenannte Beste fürs Land zu tun? Und wetten, dass sie so den Populisten den Weg an die Spitze ebnen?

Es lebe der Realitätsverlust – mit allen seinen Opfern. (Renate Graber, 2.6.2015)

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