Aufsicht beobachtet Volksbanken-Umbau kritisch

3. Juni 2015, 09:00
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Die Bankenaufseher haben den Sektorumbau noch nicht genehmigt. Die künftige Arbeitsaufteilung steht in ihrem Fokus

Wien – Die Volksbanken basteln noch an ihrem Sektorumbau; beobachtet werden sie dabei mit den Argusaugen der Aufsichtsbehörden Europäische Zentralbank (EZB), Finanzmarktaufsicht (FMA) und Nationalbank (OeNB).

Die haben sich zunächst gegen den Abschluss des sogenannten Zusammenarbeitsvertrags zwischen Volksbanken (VB) und Haftungsgesellschaft ausgesprochen. Sie haben befürchtet, dass dadurch das Mitspracherecht des Supervisory Board der EZB beim Verbundvertrag des Sektors verwässert werden könnte. Durch diesen Vertrag haben sich die Volksbanken zu einem Haftungs- und Liquiditätsverbund zusammengeschlossen.

Änderungen im Vertrag

Im Zusammenarbeitsvertrag dagegen werden der Haftungsgesellschaft (bzw. ihrem aus den Chefs der acht Regionalbanken bestehendem Leitungsgremium) Durchgriffsrechte in Bereichen wie Marketing, Vertrieb oder IT eingeräumt. Fasst das "Gremium der acht" Beschlüsse per Zweidrittelmehrheit, müssen die dann von allen Volksbanken umgesetzt werden. Um die Bedenken der Bankenaufseher zu zerstreuen, haben die Volksbanker den Zusammenarbeitsvertrag letztlich ergänzt,

Der neuen Zentralorganisation VB Wien Baden obliegen künftig Entscheidungen wie jene zur Steuerung des Risikomanagements oder der Liquidität des Sektors. Das ist gesetzlich so vorgeschrieben.

EU-Genehmigung offen

Ob die hochkomplexe Struktur auch umgesetzt werden kann, wird sich aber erst weisen. Denn bevor der Sektor Anfang Juli (da soll aus dem bisherigen Spitzeninstitut ÖVAG die Abbaugesellschaft werden) neu aufgestellt werden kann, müssen noch EU-Kommission und EZB ihren Sanktus geben. Erst dann kann das Handelsgericht die Spaltung der ÖVAG ins Firmenbuch eintragen.

Die Fusion der derzeit noch 41 "kleinen" Volksbanken zu acht Regionalbanken müssen dann plangemäß bis Ende 2017 stehen. Gemäß "Fusions-Roadmap" des neuen Volksbanken-Verbunds sollen heuer noch zehn Zusammenschlüsse über die Bühne gehen, kommendes Jahr 19.

2017 folgt der Rest, da werden auch die Ärzte- und Apothekerbank zur "Die Gesundheitsbank" fusioniert. Im Juni 2017 soll der Umbau perfekt gemacht werden, durch die Komplettierung der "Regionalbank Salzburg". (Renate Graber, 3.6.2015)

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