Hypo-Strafprozess: General Zagorec wieder Thema

2. Juni 2015, 16:13
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Untreueprozess Heli kompanija gegen die Ex-Hypo-Vorstände Wolfgang Kulterer und Günter Striedinger

Klagenfurt/Wien - Der frühere kroatische General Vladimir Zagorec war am Dienstagnachmittag wieder Thema im Untreueprozess Heli kompanija gegen die Ex-Hypo-Vorstände Wolfgang Kulterer und Günter Striedinger am Landesgericht Klagenfurt. Dabei versuchte Richterin Ute Lambauer zu klären, was ein "VIP-Kunde" ist.

Ja, der General sei ein "VIP-Kunde" gewesen, erklärte ein Zeuge, früher Kundenbetreuer bei der Hypo, auf eine diesbezügliche Frage der Richterin. "Was heißt das", fragte sie nach. Darauf der Zeuge: "Ja, was heißt das, hm." Darauf die Richterin: "Sie haben in Ihrer Einvernahme ausgesagt, dass Zagorec als VIP-Kunde entsprechend zu behandeln gewesen sei. Was heißt das?" Auch darauf gab der Zeuge keine Antwort. Zagorec sei eben General gewesen und vom Projektvolumen her ein "VIP-Kunde". An eine Sonderbehandlung könne er sich jedenfalls nicht erinnern, erklärte er dann.

Weiters sagte der Zeuge, der General habe seine Finanzierungswünsche sowohl mit ihm, dem Kundenbetreuer, als auch Striedinger besprochen. Ob er auch mündliche Weisungen von Striedinger erhalten habe, wie er es in seiner Aussage vor der Polizei erklärte hatte, wollte der Staatsanwalt wissen. Konkrete Anweisungen zu konkreten Fällen könne er nicht wiedergeben, aber Striedinger sei sein Vorgesetzter gewesen, da habe er natürlich immer wieder Anordnungen von ihm bekommen, antwortete der ehemalige Hypo-Mitarbeiter.

Zagorec trat laut Zeugenaussagen als Lobbyist auf und unterstützte die Heli kompanija, die einen Flugrettungsdienst in Kroatien aufziehen wollte. Die Hypo-Leasing finanzierte in den Jahren 2004 und 2005 zwei Eurocopter für die Heli kompanija, die Anschaffung weiterer Fluggeräte war nach Erlangen der Flugrettungslizenz geplant. Weitere notwendige Mittel, wie den Betriebsmittelkredit, zahlte die Hypo Bank Austria (HBA) aus. Davon bekam die Hypo 1,1 Mio. Euro nicht mehr zurück. Denn die Lizenz für den Flugbetrieb schrieb der kroatische Staat zuerst aus, zog sie dann aber zurück.

Das Verfahren wurde auf 10. Juni vertagt. (APA, 2.6.2015)

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