Hans Niessl in der "ZiB 2": Jungwähler ernst nehmen

2. Juni 2015, 17:22
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Im Burgenland ist die FPÖ ganz anders, und der Landeshauptmann lässt die Kräfte spielen

40 Prozent der unter 24-jährigen Männer wählten in der Steiermark die FPÖ. Man kann sich jetzt einen Reim darauf machen, warum das so ist – Protest, Angst, Irrtum – wir können es nur ahnen. Vielleicht liegt es auch daran, dass der Typus des spritzigen Durchmarschierers steirischen Jungwählern besonders taugt, und sie diesen eher nicht in Franz Voves und Hermann Schützenhofer, dafür aber in einem wie Mario Kunasek erkennen, was wiederum einiges über die Wählerklientel aussagen würde. Ein Fall für die Meinungsforscher!

Oder besser doch ZiB 2 schauen. Vom Testosteron der FPÖ angezogen fühlt sich ja offenbar Burgenlands Landesvater Hans Niessl. In der ZiB 2 saß der Verlierer vom Sonntag mit paternalistischem Gleichmut und zeichnete eine Zukunft, die vermutlich nicht nur burgenländischen Jungwählern ein spontanes "Hä?" entlockte: "Wir ziehen die Konsequenzen, dass wir die Politik ändern müssen, dass wir die Sorgen der Menschen sehr ernst nehmen müssen, dass wir darauf reagieren müssen und eine Koalition bilden, die eben eine Politik macht, die sich noch stärker an den Sorgen und an den Anliegen der Menschen orientiert", sagte Niessl leichtfüßig. Man muss sich keine Sorgen machen, dass der Mann für seine Visionen einen Arzt braucht.

Armin Wolfs Fragen ließ der Landeshauptmann gütig abprallen. Das Anti-Koalitionsversprechen mit der FPÖ kickte Niessl weg, als gebe es keine Bundespartei. Der Kanzler schickte per Einspielung Grußworte mit zähneknirschender Erlaubnis. Die FPÖ im Burgenland sei eine andere, sagte Niessl. Es gehe um "das freie Spiel mit Kräften". Ein Burgenländerwitz der speziellen Sorte. (Doris Priesching, 2.6.2015)

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Die "ZiB 2" zum Nachsehen

  • "Warum nicht?" scheint Niessls Körpersprache zu suggerieren.
    apa

    "Warum nicht?" scheint Niessls Körpersprache zu suggerieren.

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