Ö-Musik: ORF verspricht 15 Prozent – Sendungen in Ö3 und ORF 1

2. Juni 2015, 15:43
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SPÖ-Kultursprecherin: ORF-Chef Wrabetz und Radiodirektor Amon einigen sich mit Musikschaffenden

Wien – SPÖ-Kultursprecherin Elisabeth Hakel berichtet auf STANDARD-Anfrage von einer Einigung von Musikschaffenden und ORF-Führung: Der ORF verpflichte sich (weiter) zu 15 Prozent österreichischer Musik in Ö3 und Radio Wien, einer wöchentlichen Ö3-Sendung über österreichische Musik(er) und einem ORF-1-Jugendmusikformat ab 2016. Ab 2017 werde er die Amadeus-Gala wieder übertragen, und am Musikfonds beteiligt er sich auch wieder.

Aufreger Ö-Musik

Hakel engagiert sich seit ihrem Dienstantritt Ende 2013 intensiv für österreichische Musik im Radio, insbesondere im ORF – ein aufmerksamkeitsstarkes, vieldiskutiertes Thema. Die Einigung am Dienstag führt sie auch auf den hier aufgebauten Druck auf.

Hakel sprach sich wiederholt – etwa im STANDARD-Interview – für gesetzliche Mindestquoten aus. In der Slowakei hat die Regierung dem Parlament gerade einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der private Sender zu 25 und öffentlich-rechtliche Sender zu 35 Prozent der Sendezeit für slowakische Autoren und Interpreten verpflichten soll, ein Viertel davon aus den vergangenen fünf Jahren. Hakel hatte zur der Sitzung am Dienstag auch das Beispiel aus dem EU-Nachbarland im Gepäck.

Ö3 derzeit bei 13 Prozent

Hakel zeigte sich im Gespräch mit dem STANDARD erfreut, dass es keine gesetzlichen Mindestquoten brauche. ORF-General Alexander Wrabetz und Radiodirektor Karl Amon haben zugesagt, dass Ö3 und Radio Wien in den nächsten Monaten die lang versprochenen 15 Prozent, nun mit einem Prozentpunkt Schwankungsbreite, erreichen. Ö3 liegt laut Hakel derzeit bei 13 Prozent österreichischer Musik.

Für die Musikwirtschaft hatte Hakel etwa Hannes Eder (Universal Music), Harry Fuchs (Österreichischer Musikfonds), Walter Gröbchen (Monkey Music), Alexander Hirschenhauser (VTMÖ/indies.at), Alexander Kukelka (Komponistenbund), Peter Paul Skrepek (Musikergilde) und Peter Vieweger (AKM) geladen. Das Treffen dauerte rund zweieinhalb Stunden. (red, 2.6.2015)

  • Die Bühne für österreichische Bands wie Wanda soll auf Ö3 noch größer werden.
    foto: apa/hochmuth

    Die Bühne für österreichische Bands wie Wanda soll auf Ö3 noch größer werden.

  • Dienstag im Parlament: ORF, Musikschaffende und SPÖ-Kultursprecherin Elisabeth Hakel.
    foto: astrid knie

    Dienstag im Parlament: ORF, Musikschaffende und SPÖ-Kultursprecherin Elisabeth Hakel.

  • Elisabeth Hakel, SPÖ-Kultursprecherin.
    foto: standard/newald

    Elisabeth Hakel, SPÖ-Kultursprecherin.

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