Mediathek stellt historische Wissenschaftsfilme online

2. Juni 2015, 14:19
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Sammlung des ehemaligen Bundesinstituts für den wissenschaftlichen Film aufgearbeitet und zugänglich gemacht

Wien - Von Otto Königs Film über das "Abnormal geprägte Balzverhalten einer griechischen Landschildkröte" bis zur Dokumentation über "Zigeuner in Österreicher": Das 1997 geschlossene Österreichische Bundesinstitut für den wissenschaftlichen Film (ÖWF) hat mehr als 500 Filme produziert. Diese bisher nicht zugängliche, an der Österreichischen Mediathek archivierte Sammlung wurde nun online gestellt.

Die bis zu den Anfängen des 20. Jahrhunderts zurückreichende Geschichte des wissenschaftlichen Films fand mit der Gründung der Abteilung Wissenschaftlicher Film an der Bundesstaatlichen Hauptstelle für Lichtbild und Bildungsfilm 1962, dem späteren ÖWF, eine institutionelle Entsprechung. Aufgabe des Instituts war die Produktion, Sammlung, Dokumentation und der Verleih wissenschaftlicher Filme aus dem In- und Ausland.

Nach der Schließung des ÖWF übernahm die Mediathek 1999 den Kernbestand des Archivs, vor allem jene Filme, die vom ÖWF alleine oder gemeinsam mit Uni-Instituten oder Forschern produziert wurden. Die Filme decken ein breites zeitliches (von 1904 bis 1997) und thematisches Spektrum ab. Die Schwerpunkte liegen bei Ethnologie, Medizin und Biologie, es finden sich aber auch Filme aus den Bereichen Chemie, Physik, Technik, Kulturgeschichte, Archäologie, Zeitgeschichte, Architektur, Religion sowie Psychologie.

400 Filme online

Der Sammlungsbestand wurde in einem vom Jubiläumsfonds der Nationalbank geförderten Forschungsprojekt langzeitgesichert und - mit Schwerpunkt auf dem ethnologischen Filmbestand - aufgearbeitet, gab die Österreichische Mediathek des Technischen Museums Wien am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt. Als Ergebnis des Projekts können ab sofort über 400 Filme online abgerufen werden.

Dass es sich dabei um einen einzigartigen Quellenbestand handelt, um den Film als wissenschaftliche Methodik wissenschaftshistorisch beforschen zu können, zeigt nach Angaben der Mediathek auch die Aufnahme der Sammlung in das "Österreichische Memory of the World Register" der UNESCO im Vorjahr. Die Filme zeigen aber auch deutlich, dass die wissenschaftliche Arbeit auch stark von ihrer Entstehungszeit geprägt ist und einem beständigen Wandel unterworfen ist. (APA, 2.6.2015)

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