Auch bei mäßiger Erwärmung kommt es zu gewaltigen Verschiebungen der Artenvielfalt im Meer

7. Juni 2015, 17:53
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Schon ein Anstieg von zwei Grad bis 2100 hätte enorme Auswirkungen

Paris - Selbst eine geringe Erwärmung durch den Klimawandel wird künftig einen enormen Einfluss auf die Lebensumstände der Meeresbewohner haben. Werden keine geeigneten Maßnahmen gegen die Klimaerwärmung ergriffen, wird dieser zu einer gewaltigen Umverteilung der Artenvielfalt in den weltweiten Meeren führen, warnen französische Wissenschafter vom Forschungsinstituts CNRS in einer aktuellen Studie.

Arten, die kühleres Wasser zum Leben bräuchten, würden in die Tiefe abwandern - oder aussterben und von anderen Spezies ersetzt werden, berichten die Biologen im Fachblatt "Nature Climate Change".

Sollte sich das Klima bis zum Jahr 2100 durchschnittlich nur um ein Grad Celsius erwärmen, sind der Untersuchung zufolge nur geringe Veränderungen zu erwarten. Bei einem Anstieg um zwei Grad, wie dies beim UN-Klimagipfel in Paris in einem halben Jahr vereinbart werden soll, würde demnach zu einer drei Mal umfangreicheren Verlagerung der Arten als in den zurückliegenden fünf Jahrzehnten führen.

Eine Erderwärmung entsprechend dem Extremszenario von bis zu 4,8 Grad würde den Forschern zufolge die umfassendste Verlagerung der Arten seit rund drei Millionen Jahren nach sich ziehen.

Drei Vergleichsepochen

Für ihre Studie zogen die Forscher drei Epochen der Erdgeschichte heran. Bei der ersten handelt es sich um das mittlere Pliozän - eine relativ warme Periode, die vor rund drei Millionen Jahren endete. Als zweite Periode wählten sie den Höhepunkt der jüngsten Eiszeit vor 26.500 bis 20.000 Jahren. Als dritter Zeitraum wurden die Jahre 1960 bis 2013 herangezogen, in denen die von Menschen verursachte Erderwärmung stark an Tempo zulegte. Ausgehend von den drei Zeiträumen erarbeiteten die Forscher unter verschiedenen Annahmen Prognosen für das Jahr 2100.

Beim Klimagipfel in Paris soll im Dezember vereinbart werden, die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf maximal zwei Grad zu begrenzen. In dem Abkommen sollen alle Staaten freiwillige Ziele zur Minderung des Kohledioxidausstoßes zunächst bis zum Jahr 2030 festlegen. Die von den Staaten in Aussicht gestellten Angebote reichen allerdings bei weitem noch nicht aus, um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Der Klimaschutz dürfte auch auf dem G-7-Gipfel eine wichtige Rolle spielen, der Ende dieser Woche im bayerischen Schloss Elmau stattfindet. (APA/red, 7.6.2015)

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