Pariser Polizei räumt improvisiertes Flüchtlingslager

2. Juni 2015, 12:23
18 Postings

Menschen campierten unter Hochbahn-Linie bei Montmartre

Paris - Die französische Polizei hat am Dienstagmorgen ein improvisiertes Flüchtlingslager mitten in Paris geräumt. Gegen 6.30 Uhr wurden die rund 350 überwiegend aus Afrika stammenden Flüchtlinge, die seit Monaten unter einer Metro-Hochbahnstrecke in der Nähe des Touristenviertels Montmartre unter verheerenden hygienischen Bedingungen campierten, aus dem Lager geführt.

Die Flüchtlinge sollten danach in Bussen zu regulären Flüchtlingsunterkünften in der Region Paris gebracht werden. Die Räumung verlief ohne Zwischenfälle.

Camp zwischen Metrogleisen

Die meisten der Flüchtlinge in dem Lager zwischen den Metro-Stationen Barbes und La Chapelle waren Männer, aber auch Frauen und Kinder waren darunter. Sie hatten auf einem schmalen Streifen inmitten eines vielbefahrenen Boulevards ihre Zelte aufgebaut oder auch einfach nur Matratzen und Schlafsäcke ausgelegt.

Die Pariser Stadtverwaltung wollte das Lager schon länger räumen, es fehlte aber an alternativen Unterkünften. In den vergangenen Wochen waren viele Flüchtlinge dort neu dazugekommen, darunter Menschen aus dem Sudan, aus Somalia und Eritrea.

Das improvisierte Flüchtlingslager im Zentrum der französischen Hauptstadt galt auch als Zeichen für die sich zuspitzende Flüchtlingskrise in Europa. Nach den Plänen der EU-Kommission soll Frankreich in den kommenden zwei Jahren mehr als 9.000 zusätzliche Flüchtlinge aufnehmen. (APA, 2.6.2015)

  • Polizisten bei der Räumung des Camps.
    foto: ap photo/kamil zihnioglu

    Polizisten bei der Räumung des Camps.

Share if you care.