Berichte über Gruppenvergewaltigungen von Rohingya-Frauen

2. Juni 2015, 12:22
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Zeugen berichten von Taten in Lagern in Thailand und Malaysia. Obama fordert ein Ende der Diskriminierung der Rohingya in Burma

Kuala Lumpur - Flüchtlingsfrauen der Minderheit der Rohingya sollen einem Medienbericht zufolge in Lagern in Thailand und Malaysia Opfer von Gruppenvergewaltigungen geworden sein. Die jungen Frauen seien nachts von den Wachmännern an einen geheimen Ort gebracht und dort vergewaltigt worden, berichtete die malaysische Nachrichtenagentur Bernama am Montagabend unter Berufung auf eine Überlebende in Thailand.

Ihr Ehemann berichtete von ähnlichen Verbrechen in nahegelegenen Flüchtlingslagern auf der malaysischen Seite der Grenze. Nach Angaben der Überlebenden wurden die Frauen manchmal über mehrere Tage hinweg von den Wachleuten fortgebracht und als Sexsklavinnen missbraucht.

"Schreckliche Erlebnisse" von Frauen

Der Ehemann sagte der Agentur Bernama, nachts seien die Schreie der Frauen zu hören gewesen, da sie nahe der Lager festgehalten worden seien. Eine Bestätigung der Vorwürfe durch die Behörden gab es nicht. Die für Flüchtlinge zuständige US-Vize-Außenministerin Anne Richard sagte indes bei einer Reise in die Region, dass einige Frauen "schreckliche Erlebnisse" gemacht hätten.

Die Rohingya sind eine in Burma (Myanmar) ansässige muslimische Minderheit, die dort als staatenlos gilt und systematischer Diskriminierung ausgesetzt ist. Um dieser Situation zu entkommen, waren in den vergangenen Wochen tausende Rohingya über das Meer nach Malaysia, Thailand und Indonesien geflohen. In Thailand und Malaysia wurden im Mai von Menschenschmugglern eingerichtete Flüchtlingslager sowie zahlreiche Gräber mit Leichen mutmaßlicher Flüchtlinge entdeckt.

Obama fordert Ende der Diskriminierung

Am Montag forderte US-Präsident Barack Obama ein Ende der Diskriminierung der Rohingya in Burma. Im Gespräch mit jungen Asiaten im Weißen Haus antwortete er auf die Frage, was Burma benötige, um den Wandel zu einer Demokratie erfolgreich abzuschließen: "Einer der wichtigsten Punkte ist, die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Aussehens oder ihres Glaubens zu beenden. Und die Rohingya werden deshalb diskriminiert, deshalb flüchten sie."

Auf die Frage, wo er leben würde, wäre er ein Rohingya, antwortete Obama: "Ich würde dort leben wollen, wo meine Eltern gelebt haben. Aber ich würde sichergehen wollen, dass meine Regierung mich beschützt und fair behandelt."

Die USA unterstützen Burma in ihrem Wandel von einer Militärjunta zu einer Demokratie. Obama besuchte das Land in den vergangenen drei Jahren zweimal. Viele der US-Sanktionen gegen Burma wurden bereits aufgehoben. Ende Mai sagte Obama aber, dass die noch bestehenden Sanktionen gegen Burma aufrecht bleiben und es weitere geben könnte, sollte das Land weiter Minderheiten unterdrücken. (APA, Reuters, 2.6.2015)

  • Rohinga-Frauen sollen in Lagern in Thailand und Malaysia vergewaltigt worden sein (Symbolbild).
    foto: reuters/darren whiteside

    Rohinga-Frauen sollen in Lagern in Thailand und Malaysia vergewaltigt worden sein (Symbolbild).

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