Sieben Optionen für Koalitionen und zwei Absagen

2. Juni 2015, 11:46
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Nach den Urnengängen im Burgenland und in der Steiermark tun sich diverse Koalitionsvarianten auf. DER STANDARD verschafft den Überblick

Nach dem Wahlsonntag mit den enormen Zuwächsen für die FPÖ wird jetzt sowohl im Burgenland als auch in der Steiermark sondiert, um Koalitionen zu schmieden. DER STANDARD bringt die möglichen Varianten im Überblick, dazu die bereits erfolgten Absagen.

Burgenland

Nach den roten Verlusten von sechs Prozent will Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) mit allen Parteien, auch den Freiheitlichen, Gespräche führen, bevor er konkrete Koalitionsverhandlungen aufnimmt. Der Landesparteivorstand würde auch eine rot-blaue Koalition einstimmig mittragen, hat Niessl schon versichert. Das heiße aber nicht, dass man eine solche auch anstrebt. ÖVP-Chef Franz Steindl will auch mit den anderen Parteien "sondieren". Rechnerisch gingen sich im östlichsten Bundesland vier verschiedene Bündnisse aus.

Allerdings: Die grüne Spitzenkandidatin Regina Petrik hat für ihre Partei noch am Wahlabend eine Koalition mit der FPÖ und der Liste Burgenland ausgeschlossen, denn: Letztere sei immerhin eine FPÖ-Abspaltung, so ihre Begründung.

Steiermark

Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) würde nach den dramatischen Einbrüchen für Rot und Schwarz am liebsten die "Reformpartnerschaft" mit Hermann Schützenhöfer (ÖVP) fortsetzen. Allerdings erhält der schon prominente Unterstützung, wie etwa von ÖVP-Klubchef Reinhold Lopatka, dass er Verhandlungen mit den Blauen aufnehmen soll. Denn so könnte Schützenhöfer Landeshauptmann werden. Er selbst hat sich noch nicht so eindeutig zur Zusammenarbeit bekannt wie Voves. Dafür hielt Schützenhöfer fest: Es solle niemand glauben, dass der Erstplatzierte automatisch Anspruch auf den Landeshauptmann habe, allerdings gelte das auch für den Zweiten. Die Frage stelle sich am Ende der Verhandlungen.

Rechnerisch gibt es drei Koalitionsoptionen:

Eine Koalition mit der FPÖ wird es für die SPÖ aber nicht geben, hielt Voves am Montagabend ausdrücklich fest, nachdem sich die roten Gremien mit dem Wahlergebnis beschäftigt hatten. (Michael Bauer, Nina Weißensteiner, 2.6.2015)

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