Millionen Nutzer deuten Foto falsch, beschimpfen Trauzeugin

2. Juni 2015, 11:26
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Der "Alptraum jeder Frau" stellte sich tatsächlich als Plan der Braut heraus

Die schlimmste Hochzeit, die man sich vorstellen kann – der Alptraum einer jeden Braut: Mit diesen und ähnlichen Titeln sorgte in den vergangenen Tagen ein Bild für Aufregung im Netz. Es zeigt einen Heiratsantrag, der auf einer fremden Hochzeit gestellt wird. Die Braut wirkt, als ob sie über den Moment extrem unglücklich ist und verzieht ihr Gesicht zu einer Grimasse. "Die zwei sollten sich schämen, eine Hochzeit so zu ruinieren", schrieben Nutzer – und das war noch eine der freundlicheren Wortmeldungen.

foto: imgur

Gemeinsamer Jubeltag

Tatsächlich hat sich die Geschichte ganz anders zugetragen, als es das Foto vermuten lässt: Bei dem Paar, das sich gerade verlobt, handelt es sich um Trauzeugen und Trauzeugin, letztere ist die Schwester der Braut. Und genau die hatte die laut NYDaily die Idee, dass der Trauzeuge – ein langjähriger Partner ihrer Schwester – doch nach ihrer eigenen Hochzeit den Antrag stellen sollte. Denn die zwei Paare kennen sich schon Jahrzehnte und ein gemeinsamer Tag sollte die Freundschaft besiegeln. Die "Grimasse" schneidet die Braut nicht aus Grant, sondern weil sie versucht, nicht zu weinen, wodurch ihre Schminke zerstört würde.

foto: handout

Lerneffekt?

Der Fall zeigt einmal mehr, wie gierig sich viele Nutzer im Netz auf vermeintliche Skandale stürzen und dann nicht zögern, die Abgebildeten zu beschimpfen. "Wir können nur hoffen, dass solche Vorfälle einen Lerneffekt haben", schreibt die Washington Post. Wahrscheinlicher sei es aber, dass die Meute "zum nächsten Ding" weiterzieht. Die abgebildete Frau, die den Heiratsantrag erhält, kann den Zorn im Netz aber zumindest nachvollziehen: "Wenn man das Bild ansieht und die Geschichte nicht kennt, hätte ich mich vermutlich ähnlich gefühlt." Aber: "Ich würde dazu nichts sagen – denn es geht mich einfach nichts an." (fsc, 2.6.2015)

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