Rafsanjani kritisiert Irans Hardliner scharf

2. Juni 2015, 11:26
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Irans Ex-Präsident wirft Ultrakonservativen eine Sabotierung der Atomgespräche vor

Wien - Der mächtige iranische Ex-Präsident und Chef des Schlichtungsrates, Akbar Hashemi-Rafsanjani, hat die Hardliner im Iran laut der Nachrichtenagentur IRNA erneut scharf attackiert und ihnen eine "Sabotage" der Atomgespräche vorgeworfen. "Einige Gruppen bevorzugen es, dass die Probleme bleiben, weil deren Lösung ihre eigenen Ziele beeinträchtigen würde", erklärte er in einer Rede in Dezful am Montag.

Der Iran sei dabei, mit dem Westen eine friedliche Lösung im Konflikt um sein friedliches Nuklearprogramm zu finden, und manche Gruppen würden die diplomatischen Annäherungen blockieren und die iranischen Verhandler unentwegt beleidigen, um ihre eigenen Interessen abzusichern, ergänzte er. "Unsere Verhandler tun ihr Bestes, um die Ausreden des Westens, Druck auf den Iran auszuüben, zu minimieren", sagte Rafsanjani. Angesichts der Krisenherde in der Region forderte Rafsanjani alle Muslime auf, an einem Strang zu ziehen, um den Feinden Einhalt zu gebieten.

Eine Gruppe fordert Ende des Kuschelkurses

Die Hardliner im Iran haben die Gruppe "Wir sind besorgt" gebildet, die von der Regierung rund um Präsident Hassan Rohani eine sofortige Beendigung des Kuschelkurses mit dem Westen fordert. Sie plädieren für eine Rückkehr der Widerstands-Politik wie unter dem ehemaligen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad.

Seit dem Amtsantritt Rohanis im August 2013 versucht die iranische Regierung unter dem Motto "Kooperation statt Konfrontation" eine Annäherung an den Westen zu erreichen. Bis Ende Juni soll der 13 Jahre andauernde Atomstreit rund um die iranische Urananreicherung endgültig beigelegt werden.

Bei dem finalen Deal soll die Islamische Republik dem Westen glaubhafte und überprüfbare Garantien dafür abgeben, dass sein Nuklearprogramm ausschließlich friedlich ist. Im Gegenzug will die 5+1-Gruppe (fünf UNO-Vetomächte plus Deutschland) die Wirtschaftssanktionen gegen Teheran suspendieren. (APA, 2.6.2015)

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