U-Bahn ohne Fahrer: Internationale Beispiele

Ansichtssache2. Juni 2015, 11:42
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Viele europäische Städte setzen bereits auf fahrerlose U-Bahn-Züge

Wien ist bei weitem nicht die erste Stadt, die fahrerlose U-Bahnen umsetzen will. Die ersten automatisierten Züge wurden vor rund drei Jahrzehnten in Betrieb genommen. Inzwischen gibt es laut UITP, dem internationalen Verband für öffentlichen Verkehr, in mehr als 30 Städten weltweit derartige Anlagen. In Paris, Lausanne, Kopenhagen, London, Nürnberg oder Budapest sind einzelne U-Bahn-Linien schon seit längerem ohne Fahrerin oder Fahrer unterwegs.

In ihrem bis dato aktuellsten Jahresbericht mit Zahlen aus dem Jahr 2013 listet UITP 32 Metropolen mit insgesamt 48 automatisierten U-Bahn-Linien auf. Das entspricht einem Netz von 674 Kilometern und mit 700 Stationen. Spitzenreiter mit 40 Prozent aller ferngesteuerten Linien ist Asien und hierbei vor allem das technologiefreundliche Japan sowie Südkorea. Doch auch in Europa (32 Prozent) ist die Technologie auf dem Vormarsch. Nordamerika und der Mittlere Osten - er wird im Bericht separat ausgewiesen - haben mit 19 bzw. 12 Prozent des Linienanteils noch etwas Aufholbedarf.

Gemessen an der Länge des Netzes belegt jedenfalls ein europäisches Land den Spitzenplatz. So deckt Frankreich, wo selbstfahrende Metros u.a. in Paris, Lyon und Lille unterwegs sind, knapp ein Fünftel aller automatisierten Schienenkilometer ab.

Laut UITP werden automatisierte U-Bahn-Strecken in den kommenden Jahren stark wachsen. Prognosen gehen von 1.800 Kilometern Länge im Jahr 2025 aus - was fast einer Verdreifachung verglichen mit dem Stand 2013 entspräche. Am meisten Dynamik sieht der Verband in europäischen Ländern, gefolgt von Asien.

Im Folgenden einige Beispiele aus Europa:

foto: ap/massimo pinca

In Turin wurde die U-Bahn (Linie M1) anlässlich der Olympischen Winterspiele 2006 fahrerlos geplant. Der erste Teilbetrieb startete 2004. Es handelte sich um die erste vollautomatische U-Bahn Italiens.

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foto: reuters/jean-christophe kahn

In Paris gibt es mehrere fahrerlose Linien (1, 14, 15). Die Linie 14 verkehrt bereits seit 1998 ohne Fahrer.

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foto: ap/christof stache

In Nürnberg wurde der fahrerlose Start der Linie U3 im Jahr 2008 gebührend gefeiert.

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foto: epa/scanpix nordfoto

Gute Sicht in Kopenhagen. Die Linien 1 und 2 sind fahrerlos.

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foto: apa/epa/zoltan mate

In Budapest wurde die Linie 4 im Jahr 2014 fahrerlos eröffnet.

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foto: ap/dominic favre

Eine Aufnahme aus Lausanne im Jahr 2008. Dort fährt die Line M2 ohne Fahrer.

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foto: wiener linien

Hinteransicht in Barcelona. Die Linien 9 und 10 sind fahrerlos. (red, APA, 2.6.2015)

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