Mutmaßlicher Jihadist in Krems aus U-Haft entlassen

2. Juni 2015, 10:45
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OLG Wien gab Haftbeschwerde statt

Krems - Ein mutmaßlicher Jihadist, der im März in Krems festgenommen worden war, ist aus der Untersuchungshaft entlassen worden. "Er wurde bereits am 4. Mai enthaftet", bestätigte Verteidiger Wolfgang Blaschitz am Dienstag.

Laut der Tageszeitung "Kurier" hatte das Oberlandesgericht (OLG) Wien der von Blaschitz eingebrachten Haftbeschwerde stattgegeben. Demnach bestehe weder Flucht- noch Tatbegehungsgefahr. Der gebürtige Tschetschene mache keine Anstalten, wieder nach Syrien zu gelangen, hieß es.

Vorwurf des Kontakts zum IS

Dem 27-Jährigen wird unter anderem vorgeworfen, Kontakt zur Führung der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gehabt zu haben. Zudem geht es um ein Foto, auf dem der Beschuldigte maskiert mit einem Maschinengewehr AK-47 in Syrien zu sehen ist. "Das ist eine aufgewärmte Geschichte aus 2013", verwies der Verteidiger abermals auf ein bereits von der Staatsanwaltschaft eingestelltes Verfahren. Die Kontakte zur IS-Führung bezeichnete er als "irrealistisch". Es gelte nun abzuwarten, ob die Kremser Staatsanwaltschaft dennoch Anklage erhebt, sagte Blaschitz.

Der gebürtige Tschetschene war am 26. März mit einem weiteren Verdächtigen (30) bei zwei Hausdurchsuchungen unter Beiziehung des Einsatzkommandos Cobra in der Früh im Schlaf überrascht und festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft Krems hielt sich bezüglich weiterer Angaben bedeckt. Bekannt gegeben wurde, dass die beiden Männer russische Staatsbürger und seit einigen Jahren in Österreich aufhältig seien. Ausgangspunkt des Verfahrens seien Informationen aus Deutschland gewesen. (APA, 2.6.2015)

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