Das ist zu tun, wenn man im Ausland bestohlen wird

2. Juni 2015, 15:38
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Der Autofahrerclub ÖAMTC gibt Tipps: Diebstahl immer der Polizei melden, um Ansprüche geltend machen zu können

Es ist der Albtraum vieler Urlauber, im Ferienparadies Opfer eines Diebstahls zu werden. Die ÖAMTC-Touristik hat zusammengefasst, was zu tun ist, wenn man im Ausland bestohlen wird:

  • Anzeige: Grundsätzlich sollte bei einem Diebstahl im Ausland immer die örtliche Polizei verständigt und umgehend Anzeige erstattet werden. "Wichtig: Eine Kopie der Diebstahlanzeige aushändigen lassen, denn nur so erhält man notwendige Duplikate und kann Ansprüche, z. B. bei der Versicherung, geltend machen", rät ÖAMTC-Reiseexpertin Kristina Tauer.
  • Diebstahl des Koffers: Für das Reisegepäck gibt es Versicherungen, die Wertgegenstände in der Regel mit abdecken. "Es gibt allerdings auch Ausnahmen", hält die ÖAMTC-Touristikerin fest. "Bargeld, Fahrkarten, Dokumente u. ä. sind meist nicht versichert." Haushaltsversicherungen beinhalten oft auch eine "Außenversicherung", die im Urlaub für Einbruchdiebstähle (z. B. im Hotel) oder Raub gilt (nicht jedoch für einfache oder Trickdiebstähle). Der örtliche Geltungsbereich der Versicherung sollte vor Abreise eingehend studiert werden.
  • Diebstahl von Reisedokumenten: Nach Anzeige bei der Polizei sollte man Kontakt mit der österreichischen Botschaft oder dem Konsulat aufnehmen. "Dort erhält man gegen Vorlage der Diebstahlsanzeige einen Notpass", erklärt Tauer. "Gibt es im Urlaubsland keine österreichische Vertretungsbehörde, kann man sich auch an die eines anderen EU-Mitgliedstaates wenden." Zurück in der Heimat muss mit der ausländischen Diebstahlsanzeige eine neuerliche Anzeige erstattet werden. Dann erhält man einen neuen Reisepass.
  • Diebstahl des Führerscheins: Ein neuer Führerschein kann nur in Österreich ausgestellt werden. "Ist der Schein weg, sollte man bei der örtlichen Polizei nachfragen, ob man mit Diebstahls- bzw. Verlustanzeige weiterfahren darf", so die ÖAMTC-Expertin.
  • Diebstahl von Bargeld: "Bestenfalls können Angehörige Geld über ein internationales Geldtransferinstitut überweisen", erklärt die Club-Touristikerin. "Bei unverschuldeter Notlage helfen auch die Vertretungsbehörden, die gegen Verpflichtung zu späterer Rückzahlung sogar ein Darlehen für die Heimreise gewähren können."
  • Bereits vor dem Urlaub: Die wichtigsten Reisedokumente sollten kopiert und getrennt von den Originalen aufbewahrt werden. "Auch das Ablegen von gescannten Dokumenten im E-Mail-Postfach, einem Datentresor oder im Cloud-Speicher ist ratsam – darauf kann man auch von unterwegs zugreifen." Bargeld, Bankomat- und Kreditkarten sollten getrennt voneinander aufbewahrt werden, PIN-Codes gehören nicht in die Brieftasche.

Tipps der Club-Expertin: So erschwert man Langfingern die "Arbeit"

  • Den eigenen Pkw oder das Mietauto am besten auf bewachten Parkplätzen abstellen.
  • Wertgegenstände und Gepäckstücke nicht offen im Auto liegen lassen. Navis und deren Halterungen beim Parken immer entfernen. Bei Fahrten durch die Stadt die Türen verriegeln.
  • Große Geldbeträge sowie Bankomat- und Kreditkarten nicht mitnehmen, sondern im Hotelsafe verwahren, wenn sie gerade nicht benötigt werden.
  • Mit Bargeld, teurem Schmuck oder Dokumenten nicht in der Öffentlichkeit hantieren. Elektronische und teure Geräte nicht ständig offen zur Schau tragen, sondern in Taschen verwahren, bei denen der Inhalt nicht offensichtlich ist.
  • An belebten Orten Handtasche oder Rucksack verschlossen vor dem Körper tragen oder fest unter den Arm klemmen. Bargeld, Kreditkarten und Reisepass vorzugsweise in einer Bauch- oder Brusttasche unter der Kleidung tragen. (red, 2.6.2015)
  • Um Taschendieben das Handwerk möglichst schwer zu machen, sollte man einige Richtlinien beherzigen - nicht nur im Ausland.
    foto: apa/dpa/unbekannt

    Um Taschendieben das Handwerk möglichst schwer zu machen, sollte man einige Richtlinien beherzigen - nicht nur im Ausland.

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