Marketing-Schmäh oder Feature: Warum man Windows 10 reservieren muss

2. Juni 2015, 09:09
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Reservierungs-App dient zum Überprüfen der Hardware und soll Zeit sparen – aber vor allem den Hype ankurbeln

Nur mehr wenige Wochen trennen Microsoft von der Veröffentlichung seines Betriebssystems Windows 10: Ein durchaus wichtiges Ereignis, nutzen doch rund 1,5 Milliarden Menschen weltweit ein Gerät mit dem Betriebssystem Windows. Seit dieser Woche erinnert Microsoft nun mit einer Reservierungs-App Nutzer daran, dass Ende Juli eine neue Version bereitstehen wird. Im Netz wird die Anwendung durchaus mit Häme aufgenommen: Warum sollte man eine Reservierungs-App neun Wochen vor Release installieren, wenn Windows 10 doch nicht limitiert ist? Einige vermuten hinter der Aktion einen Marketing-Schmäh, der die Vorfreude der Nutzer steigern soll.

PC überprüfen

Allerdings besteht Microsoft darauf, dass die Reservierungs-App tatsächlich einige sinnvolle Funktionen enthält. So können Nutzer damit ihren "PC überprüfen" und feststellen, ob jener leistungsstark genug für Windows 10 ist. Grundsätzlich werden in der 32-Bit-Variante folgende Spezifikationen benötigt:

  • Prozessor mit 1 GHz
  • 1 GByte RAM
  • 16 GByte Festplattenspeicher
  • Grafikkarte mit DirectX 9
  • Monitor mit Auflösung 1.024 x 600

Treiber updaten

Wer ein System mit diesen Anforderungen besitzt, kann Windows 10 aber nicht zwangsläufig optimal benutzen. Denn dazu müssen auch alle Treiber installiert sein, wie "Heise" berichtet. Deshalb könnte es sich durchaus lohnen, den PC vorab zu überprüfen. Die Reservierungs-App soll außerdem in den Tagen vor dem offiziellen Release bereits Teile von Windows 10 herunterladen, damit die Installation dann pünktlich erfolgen kann. Eine Vorgehensweise, die sich Microsoft offenbar von Spieleherstellern abgeschaut hat, wo vorbestellte Games auch vorgeladen werden.

windows

Virenscanner könnte verlorengehen

Die Installationsdatei selbst soll laut PCWorld rund 3 GB groß sein. Der Installationsprozess selbst dauert mindestens 20 Minuten, ältere Rechner könnten auch über eine Stunde damit beschäftigt sein. Nutzer sollten unbedingt ein Backup ihrer Dateien machen, da nicht klar ist, ob alle Dateien reibungslos übernommen werden können. Einen kontroversen Plan setzt Microsoft mit Win 10 in die Tat um: Virenscanner werden auf ihren Abo-Status überprüft. Sind sie nicht mehr aktuell, ersetzt sie Microsoft beim Update mit dem Windows Defender.

Basic zu Basic, Pro zu Pro

Der Updatepfad wird dabei relativ unkompliziert umgesetzt: Windows-7- und Windows-8.1-Nutzer mit Pro-Versionen erhalten auch Windows 10 Pro. Alle anderen (also etwa Win 8.1 mit Bing, Win 8.1 Basic, Win 7 Starter, Win 7 Home Basic, Win 7 Home Premium, Win 7 Core) migrieren auf die Basisversion von Win 10. Zu Komplikationen könnte es bei professionellen Anwendern kommen, die auf Programme wie Bitlocker setzen. Noch ist nicht ganz klar, ob die Mitnahme reibungslos funktioniert. Auch Games könnten flöten gehen, ebenso die Mediathek.

Starke Hardware für neue Features

Wann Windows 10 als eigenständiger Download bereitsteht, den auch Nichtnutzer von Win 7 oder Win 8.1 laden können, ist bislang ebenso wie die Preispolitik für Neukunden noch nicht bekannt. Auch für die Mobilversion gibt es noch kein Veröffentlichungsdatum. Die PC-Branche hofft, durch den Win-10-Start angekurbelt zu werden. Tatsächlich ist für einige Features neueste Hardware nötig: Die Gesichtserkennung benötigt etwa eine Webcam mit Tiefenerkennung, für die Sprachsteuerung von Cortana wird ein gutes Mikrofon benötigt. (fsc, 2.6.2015)

  • Windows 10 erscheint am 29. Juli.
    foto: ap/chiu

    Windows 10 erscheint am 29. Juli.

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