Neuer Anlauf für Friedensverhandlungen im Südsudan

2. Juni 2015, 07:28
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Gespräche unter Vermittlung der Nachbarstaaten in Juba - Regierung erklärte UN-Hilfskoordinator zur Persona non grata

Juba - Die Nachbarstaaten des Bürgerkriegslandes Südsudan haben am Montag einen neuen Vermittlungsversuch zur Beendigung des 17-monatigen Konflikts gestartet. "Heute ist ein großer Tag für den Südsudan", sagte der südafrikanische Vize-Präsident Cyril Ramaphosa bei seiner Ankunft in der Hauptstadt Juba.

Begleitet wurde er von fünf früheren Parteifunktionären der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (SPLM). "Wir haben fünf herausragende Söhne (des Landes) zurückgebracht", erklärte Ramaphosa. Die Gruppe war nach dem Beginn des Bürgerkriegs im Dezember 2013 festgenommen und nach Kenia gebracht worden.

Machtkampf zwischen Kiir und Machar

Die Politiker, die damals hohe Posten in der Partei innehatten, sollen dabei helfen, den Konflikt zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar beizulegen. An den Gesprächen nahmen auch Kenias Außenministerin Amina Mohamed, ihr äthiopischer Kollege Tedros Adhamon sowie der Chef der Regierungspartei in Tansania, Abderhamn Kinane, teil. Die SPLM hatte sich infolge des Konflikts zwischen Kiir und seinem langjährigen Rivalen und früheren Stellvertreter Machar gemäß der ethnischen Zugehörigkeit aufgespalten.

UN-Hilfskoordinator ausgewiesen

Der UN-Hilfskoordinator für das Land, Toby Lanzer, wird nicht an den Gesprächen teilnehmen. Er wurde laut den Vereinten Nationen von der südsudanesischen Regierung zur Persona non grata erklärt. Offenbar hat Juba der UNO die Ausweisung nicht mitgeteilt. Lanzer hatte demnach versucht, wieder einzureisen, wurde jedoch abgewiesen. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte die Ausweisung umgehend.

Der Südsudan leidet seit der Loslösung vom Sudan im Jahr 2011 unter der Gewalt bewaffneter Gruppen. Ende 2013 mündete dann der Machtkampf zwischen Kiir und Machar in einen Bürgerkrieg. Friedensverhandlungen zwischen den Konfliktparteien scheiterten bisher. Auch Gespräche Anfang März in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba brachten keinen Erfolg. Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt bereits Zehntausende Menschen getötet. Zwei Millionen Menschen flohen vor der Gewalt. (APA, 2.6.2015)

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