Südsudan weist UN-Hilfskoordinator aus

1. Juni 2015, 22:46
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Toby Lanzer ohne Begründung zur Persona non grata erklärt

New York/Juba – Die Regierung des Südsudan hat nach Angaben der Vereinten Nationen den Vize-Chef der UN-Mission ausgewiesen. Toby Lanzer sei zur Persona non grata erklärt worden und dürfe nicht wieder einreisen, sagte ein UN-Sprecher am Montag in New York. Ein Grund für die Entscheidung war nicht bekannt.

Offenbar hat die Regierung in Juba den Vereinten Nationen die Ausweisung nicht mitgeteilt. Lanzer hatte demnach versucht, wieder einzureisen, wurde jedoch abgewiesen. Die Vereinten Nationen teilten die Ausweisung mit, "nachdem nun klargeworden ist, dass die Regierung ihre Entscheidung nicht zurücknimmt", sagte der UN-Sprecher.

Ban verurteilt Auweisung

Lanzers Dienstzeit wäre Ende dieses Monats ohnehin abgelaufen. Der Nachfolger des Briten, der Ghanaer Eugene Owusu, stehe bereits fest. Lanzer soll künftig den Posten des Regionalkoordinators für die Sahel-Zone übernehmen. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verurteilte die Ausweisung und forderte von der südsudanesischen Regierung volle Zusammenarbeit.

Der Südsudan ist das jüngste der 193 UNO-Mitglieder und erst seit Juli 2011 ein Staat. Seit Dezember 2013 erschüttert ein Bürgerkrieg zwischen den Anhängern von Präsident Salva Kiir und seinem früheren Stellvertreter Riek Machar das Land. Dabei kamen schon Tausende Menschen ums Leben, etwa ein Viertel der acht Millionen Südsudanesen sind Flüchtlinge im eigenen Land. (APA, 1.6.2015)

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