ORF-Radio-Wirtschaftschef: Betriebsrat ortet "massives Problem"

1. Juni 2015, 17:32
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Moser: "Leider nicht der erste Fall, dass es bei ORF-Hearings fragwürdig zugeht" - "Glaubwürdigkeit und Seriosität der Personalauswahlverfahren beschädigt"

Wien - ORF-Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser ortet um die Suche nach einem neuen Wirtschaftsressortleiter für das ORF-Radio ein "massives Problem" und will die Causa in den nächsten Tagen prüfen. "Leider ist es nicht der erste Fall, dass es bei ORF-Hearings fragwürdig zugeht", erklärte Moser am Montag.

"Auch diesmal wurden entgegen allen Verpflichtungen Hearing-Ergebnisse öffentlich gemacht. Das ist der eine Punkt, der zweite Punkt ist zumindest ebenso problematisch, wenn nicht noch gravierender. Sollte auch nur ein Bruchteil der öffentlichen Vermutungen über dieses Personalauswahlverfahren zutreffen, und auf den ersten Anschein ist es mehr als das, stehen wir im ORF vor einem massiven Problem", meinte der Betriebsratschef.

"Ruf und Integrität von Kollegen beschädigt"

"Hier werden sowohl Glaubwürdigkeit und Seriosität der Personalauswahlverfahren beschädigt, als auch Ruf und Integrität von Kollegen sowie letztlich die Unabhängigkeit der Berichterstattung in Zweifel gezogen, wenn hier parteipolitische Begehrlichkeiten im Spiel sein sollten." Der Zentralbetriebsrat werde sich in den nächsten Tagen "bis ins Detail mit den Vorgängen rund um dieses Hearing befassen und dann die notwendigen Konsequenzen ziehen", erklärte Moser.

Beim Hearing für die Besetzung des Radio-Wirtschaftsressortleiters soll es zu Unregelmäßigkeiten, unter anderem wurden Juroren kurzfristig durch andere Vertreter ersetzt, und einem überraschenden Sieger gekommen sein. Im ORF-Radio ist von ÖVP-Begehrlichkeiten im Zusammenhang mit der Personalentscheidung die Rede. Die ORF-Geschäftsführung wies dies zurück, Kritik kam unterdessen vom ORF-Redakteursrat. (APA, 1.6.2015)

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