Ballettkreaturen zwischen bourgeois und Fledermaus

1. Juni 2015, 17:18
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"Junge Talente des Wiener Staatsballetts" präsentieren sich in der Wiener Volksoper

Wien – Eine ganze Menge junger Tanztalente hat das Wiener Staatsballett in seiner Compagnie. Auf sie hat Direktor Manuel Legris ein besonderes Auge. Daher werden sie nun – bereits zum zweiten Mal in dieser Saison – an einem eigens gestalteten Abend präsentiert, nach dem Odeon diesmal in der Volksoper.

Im Herbst standen junge Choreografinnen und Choreografen im Mittelpunkt der vom Ballettclub organisierten Veranstaltung. Jetzt, bei Junge Talente des Wiener Staatsballetts II, gilt das Hauptaugenmerk den Tänzerinnen und Tänzern, aber zwei der im Odeon uraufgeführten Produktionen haben es auch in die Volksoper geschafft: das Trio The Fall von Attila Bakó und Trevor Haydens Quartett Double Date. In diesen beiden Stücken tanzen unter anderen Clara Soley, Zsolt Török und Gala Jovanovic.

Alle Ballettgeschmäcker werden bedient

Wer die Jungen schätzt, die Klassiker aber liebt, bekommt den "Pas des Odalisques" aus Marius Petipas Le Corsaire (Chloë Réveillon, Elena Bottaro, Adele Fiocchi), einen Pas de deux aus Joseph Lazzinis La Fille mal gardée (Nina Tonoli, James Stephens) oder den Grand Pas Classique von Victor Gsovsky, den Prisca Zeisel und Leonardo Basílío zur Musik Daniel-François-Esprit Aubers tanzen, serviert.

Mit Augenzwinkern in Richtung Wiener Publikum gibt es zur Eröffnung Ausschnitte aus der Fledermaus (u.a.: Marian Furnica, Géraud Wielick und Alaia Rogers-Maman) in der Choreografie von Roland Petit, der außerdem mit dem "Combat des anges" aus Proust ou les Intermittences du Cœur vertreten ist. Die Engel: Jacopo Tissi und Zsolt Török.

Weitere Größen im bestechenden Spektrum dieses Abends sind George Balanchine, Maurice Béjart und John Neumeier, zu dessen Spring and Fall-Ausschnitten Lukas Gaudernak Projektionen beigesteuert hat. Im Programm ist auch Les Bourgeois von Ben van Cauwenbergh und eine Neufassung von Patrick de Banas Creatures. Insgesamt also eine Bandbreite, die so gut wie jeden Ballettgeschmack abdeckt. (Helmut Ploebst, 1.6.2015)

  • Greig Matthews und Anita Manolo proben für John Neumeiers "Spring and Fall".
    foto: wiener staatsballett/ashley taylor

    Greig Matthews und Anita Manolo proben für John Neumeiers "Spring and Fall".

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