Apple will Musikdienst gratis anbieten - und Labels nichts zahlen

1. Juni 2015, 16:51
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IT-Konzern plant dreimonatige kostenfreie Probephase, zahlt Popstar Drake 19 Millionen Dollar für DJ-Gig

Apple arbeitet auf Hochtouren an seinem neuen Musikstreaming-Dienst. Im Juni soll der Service bei der Entwicklerkonferenz WWDC vorgestellt werden, bis dahin müssen alle Weichen gestellt sein. Wie die New York Post nun erfahren haben will, möchte Apple das Angebot anfangs kostenfrei verfügbar machen - und dafür aber auch keine Lizenzen an Musiklabels überweisen. Denn gemäß der Logik von Apple sei das ja auch für die Rechteinhaber eine Testphase.

Dagegen wehren sich die Labels, die einigermaßen sauer auf Apple sind. Sie erhoffen sich zwar vom IT-Konzern und dessen konstantem Schimpfen auf Gratis-Streamingdienste mehr Gewinne, erwarteten deshalb aber schon gar nicht, ihre Musiktitel gratis zu spendieren.

Millionengage für Drake

In anderen Bereichen ist Apple kein Sparfuchs: Der Konzern will für sein iTunes Radio prominente DJs an Land ziehen und steht darob in Verhandlungen mit den Popstars Drake, Pharrell Williams und DJ David Guetta. Laut Business Insider soll allein der Deal mit Drake Apple rund 19 Millionen Dollar wert sein. Das ist Teil der Strategie: Exklusive Inhalte und Nähe zu Künstlern sollen die Konkurrenten wie Spotify und Deezer blass erscheinen lassen.

Einen ähnlichen Kurs hat auch Jay Z' Tidal, das jedoch nur schwer aus den Startlöchern kommt. Zwar soll der Dienst bei fast 800.000 Abonnenten liegen, aber eine Vielzahl davon wurden durch Zukäufe übernommen. Jetzt droht eine weitere Krise: Sony könnte seine Künstler zurückziehen, weil die Verhandlungen mit Tidal feststecken. Mit Apples neuem Dienst dürfte der Service also noch mehr unter Druck geraten. (fsc, 1.6.2015)

  • Apples Beats will gratis sein - und selbst nichts zahlen
    foto: apa/epa/ebener

    Apples Beats will gratis sein - und selbst nichts zahlen

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