West-Konzert im Iran verboten

1. Juni 2015, 15:39
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Polizei widerrief ursprünglich erteilte Erlaubnis des Kultusministeriums

Teheran - Ein geplantes Konzert der französischen Flamenco-Gruppe Gipsy Kings in Teheran ist verboten worden. Laut Nachrichtenagentur ISNA hatten die Musiker als erste westliche Gruppe zwar die Erlaubnis des Kultusministeriums für ein Konzert im Iran erhalten. Die Polizei habe diese jedoch widerrufen, sagte der Leiter der Musikabteilung im Kultusministerium am Montag.

Nun versuche das Ministerium, das Konzert in anderer Form doch noch zu ermöglichen, sagte Pirus Ardschmand laut Nachrichtenagentur ISNA. Die Gipsy Kings sind im Iran sehr beliebt und gehören zu den wenigen westlichen Popgruppen, deren CDs im Land auch legal verkauft werden.

Popmusik wird vom Klerus im Iran als unislamisch bezeichnet und ist nach islamischen Vorschriften eigentlich auch verboten. Aber besonders seit dem Amtsantritt von Präsident Hassan Ruhani im August 2013 wurde das Verbot teilweise gelockert. Bei Konzerten jedoch gibt es immer wieder Differenzen mit der Polizei. Einige Konzerte von iranischen Pop-Musikern, besonders in der Provinz, wurden trotz Erlaubnis von der Polizei abgesagt, obwohl bereits Tickets verkauft waren.

Im Rahmen ihrer kulturellen Reformen wollen Ruhani und sein Kultusminister Ali Dschannati den Jugendlichen mehr gesellschaftliche Freiheiten gewähren. Die Planungen für Konzerte westlicher Musiker haben sich bis jetzt aber als "Mission Impossible" erwiesen. Schon 2008 wurde ein sicher geglaubtes Live-Konzert des irischen Sängers Chris de Burgh, der sich schon in Teheran befand, in letzter Minute abgesagt. (APA, 1.6.2015)


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