Jüdische Proteste um Abendmahlssaal gewaltsam aufgelöst

1. Juni 2015, 15:05
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Verbarrikadierungen sollten christliche Besucher von Gebeten abhalten

Jerusalem - Beim Jerusalemer Abendmahlssaal hat die Polizei am Montag jüdische Proteste gegen Christen gewaltsam beendet. Laut der israelischen Zeitung "Haaretz" hatte sich eine Gruppe ultraorthodoxer Juden in der religiösen Stätte verbarrikadiert, um christliche Besucher von Gebeten abzuhalten, wie Kathpress berichtet.

Viele Juden verehren an dem Ort auf dem Zionsberg das Grab des biblischen Königs David; nach christlicher Tradition liegt darüber der Saal, in dem Jesus das Letzte Abendmahl feierte.

Langjähriger Streit

Um den mittelalterlichen Komplex am Rand der Jerusalemer Altstadt gibt es seit langem Streit. Seit 1948 wird er vom israelischen Religions- und Tourismusministerium verwaltet. Während er für Besichtigungen zugänglich ist, dürfen öffentliche Gebete nur in Ausnahmefällen stattfinden. Papst Johannes Paul II. (1978-2005) feierte dort im Jahr 2000 mit Sondergenehmigung eine Messe, ebenso Papst Franziskus 2014.

Verhandlungen zwischen dem Vatikan und Israel sehen vor, dass im Abendmahlssaal in einem engen Zeitfenster christliche Gottesdienste von allen Konfessionen gefeiert werden können. Diese Lösung ist aber noch nicht besiegelt. Einzelne jüdische Gruppen protestieren dagegen. (APA, 1.6.2015)

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