Adolf Eichmann erhielt in israelischer Haft Besuch von seiner Ehefrau

1. Juni 2015, 14:57
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Dem Mitorganisator des Holocaust wurde vor seiner Hinrichtung Besuch zugebilligt

Jerusalem - Die Frau von Adolf Eichmann hat den NS-Verbrecher einen Monat vor seiner Hinrichtung im israelischen Gefängnis besucht. Das israelische Staatsarchiv hat nun ein Dokument veröffentlicht, das den geheimen Besuch von Vera Eichmann am 30. April 1962 belegt. Sie habe damals etwa eineinhalb Stunden mit ihrem Mann gesprochen, hieß es in einer Mitteilung des Staatsarchivs.

Das Archiv veröffentlichte erstmals einen Vermerk über den Besuch in einem Haftbuch des Gefängnisses in Ramla bei Tel Aviv. Die israelische Regierung habe den Besuch damals bei einer Sondersitzung gebilligt.

Eichmann, Protokollführer der Wannsee-Konferenz und zentraler Mitorganisator des Massenmords an den europäischen Juden, war vom israelische Geheimdienst im Frühjahr 1960 in Buenos Aires aufgespürt und nach Israel entführt worden.

Der Prozess gegen den NS-Verbrecher erregte damals international großes Medieninteresse. Nach seiner Verurteilung wurde Eichmann 1962 hingerichtet. Es war das erste und letzte Mal, dass Israel die Todesstrafe vollstreckte. (APA, red, 1.6.2015)

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