Die Eigentumswohnung im Reihenhaus

4. Juni 2015, 08:00
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Als die Familienwohnbau in Wien-Donaustadt gerade eine Wohnanlage errichtete, bekam sie auch das Nachbargrundstück zum Kauf angeboten

Das Gebäude mit 43 freifinanzierten Eigentumswohnungen in der Donaufelder Straße 235 war im Rohbau schon fertig, als der Bauträger Familienwohnbau ein Offert zum Erwerb der benachbarten Liegenschaft bekam. "Der Vertrieb der Wohnungen lief sehr gut, wir hatten vom ersten Haus zu diesem Zeitpunkt schon rund 80 Prozent der Wohnungen verkauft gehabt", berichtet Barbara Fritsch-Raffelsberger, Prokuristin und Leiterin des Projektmanagements bei der Familienwohnbau, dem Standard. Also entschied man kurzerhand, das Nachbargrundstück ebenfalls zu erwerben - und darauf dasselbe Haus gleich noch einmal zu bauen.

Preise um 200 Euro höher

Freilich war das Grundstück da - einige Jahre später - schon "viel teurer" als beim ersten Objekt. Zusammen mit um etwa ein Prozent höheren Baukosten (das zweite Gebäude ist aber auch um 200 m² Nutzfläche größer) kamen um etwa 200 Euro höhere Quadratmeterpreise für die Käufer heraus. "Beim ersten Haus verkauften wir im Schnitt um 2800 Euro, beim zweiten um 3012 Euro je Quadratmeter." Der Bau erfolgte gleich im Anschluss an die Fertigstellung des ersten Gebäudes, zum Großteil mit denselben Bauarbeitern. Die Übergabe der Wohnungen an die Käufer ist derzeit im Gang.

Die Käufer sind großteils Eigennutzer, so mancher Anleger war aber auch dabei - vor allem wenn es um die eher kleineren Wohnungen ging. "Der Vorteil des zweiten Hauses war: Wir konnten Kunden, die im ersten Haus nicht zum Zug kamen, hier wohnversorgen", sagt Fritsch-Raffelsberger. Noch ist aber nicht alles verkauft: Eine 70 Quadratmeter große Wohnung mit riesiger Dachterrasse ist beispielsweise noch zu haben.

Trotzdem viel Aufwand

Die Kosten für die Planung des zweiten Hauses beliefen sich auf 80 Prozent des ersten. Es sei trotz der Tatsache, dass das eine Haus gleich nochmals gebaut wurde, doch sehr viel an Aufwand gewesen, sagt Architekt Erik Testor (Duda Testor Architektur). Nicht zuletzt deshalb, weil das zweite Grundstück ein wenig breiter war. "Man muss ja doch wieder alles aufeinander abstimmen, die Detailpläne für das zweite Haus neu machen und so weiter."

"Einfach ein bisschen was ändern am Plan - das ist es nicht", pflichtet Fritsch-Raffelsberger bei.

Nun hat zwar jedes der beiden Häuser 43 Wohnungen, im zweiten Haus ist manche Wohnung aber um ein Zimmer größer als im ersten Haus, erklärt Testor. Die Hoftrakte - beide Häuser haben T-förmige Baukörper - sind aber völlig ident.

Sauber getrennte Einheiten

Trotz mancher Verlockungen, etwa Gemeinschaftsflächen oder die beiden getrennten Tiefgaragen zusammenzulegen (was baulich mit etwas Aufwand noch gegangen wäre), blieb man bei der strikten Trennung der Bauteile. "Nicht zuletzt aus verwaltungstechnischen Gründen", sagt Fritsch-Raffelsberger. Man wollte in der Verwaltung der beiden Häuser eine saubere Trennung der beiden Baukörper und somit auch der auf die Bewohner umzulegenden Betriebskosten gewährleisten.

"Ein Glücksfall" war laut Testor, dass man die farbliche Gestaltung beider Häuser noch aufeinander abstimmen konnte. Man entschied sich deshalb dafür, beide Blöcke zweifärbig zu machen - "auch deshalb, damit die Bebauung etwas kleinteiliger, urbaner aussieht. Das gefiel der MA 19 sehr gut", so Testor. (Martin Putschögl, 30.5.2015)

  • Was aussieht wie eine Wohnanlage aus einem Guss, sind in Wahrheit zwei getrennte  Häuser, die ursprünglich gar nicht als Zwillingshäuser geplant waren. In der  Mitte des gelben Fassadenteils verläuft die Grenze.
    foto: putschögl

    Was aussieht wie eine Wohnanlage aus einem Guss, sind in Wahrheit zwei getrennte Häuser, die ursprünglich gar nicht als Zwillingshäuser geplant waren. In der Mitte des gelben Fassadenteils verläuft die Grenze.

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