Sicherheitsforscher: Smart Cities sind "Quatsch"

1. Juni 2015, 12:00
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Umfassende Sicherheit nicht gewährleistbar – wenig Bewusstsein bei Politik und Industrie

Intelligente Verkehrssteuerung, automatisiertes Energiemanagement und vieles mehr – die Vision der Smart Cities ist verheißungsvoll. Aber auch trügerisch und riskant. Vor der Digitalisierung kritischer Systeme warnt nun ausdrücklich Sicherheitsexperte Felix Lindner.

"Smart wäre, wenn den ganzen Quatsch lassen würde", resümiert er gegenüber Technology Review. Eine Stadt technisch hochzurüsten und umfassend zu vernetzend sei eine hochkomplexe Aufgabe. Hier müssen derart viele Systeme und Komponenten zusammenspielen, dass hohe Sicherheit kaum zu gewährleisten sei.

Naiver Umgang mit Sicherheit

"Es ist unmöglich, alle Testfälle durchzuspielen", meint Lindner, der mit Recurity Labs ein Unternehmen für Sicherheitsberatung betreibt. Doch Politik und Industrie würden mit der Problematik naiv umgehen. Implizit unterstellt er außerdem den Softwarefirmen, das Credo "Security by Design" zu verletzen, zumal diese an neueren Versionen ihrer Produkte verdienen wollen. Wäre das Ursprungsprodukt fehlerfrei, gäbe es wenig Grund für eine Aktualisierung.

Die potenziellen Risiken vernetzter Stadtsysteme zeigte Lindtner voriges Jahr auf, alls es ihm bei einer Demonstration gelang, die Systeme der Stadtwerke Ettingen zu kompromittieren. Durch den Zugriff auf die Leitzentrale hätte er die Stromversorung der Haushalte der Stadt kappen können. Man dürfe froh sein, meint er, dass es nur wenige Menschen gibt, deren moralischer Kompass kaputt sei und die gleichzeitig über die Fähigkeiten verfügten, hier ernsthafte Schäden anzurichten. (gpi, 01.06.2015)

  • Smart Cities: Verheißungsvolle Vision mit gefährlichen Tücken.

    Smart Cities: Verheißungsvolle Vision mit gefährlichen Tücken.

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