Schärferes Vorgehen gegen Antikenraub

1. Juni 2015, 10:07
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Eine UN-Resolution fordert zum Handeln gegen den Handel auf

Berlin - Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, hat ein entschiedeneres Vorgehen gegen Raubgrabungen und illegalen Antikenhandel gefordert. Nach der Verabschiedung einer entsprechenden UN-Resolution seien alle Länder zum Handeln aufgerufen, sagte der Archäologe in einem Gespräch der Deutschen Presse-Agentur. "Die bewusste Zerstörung von Kulturgut ist ein Kriegsverbrechen!"

Besonders betroffen seien das Bürgerkriegsland Syrien und der Nordirak. "Das Wichtigste ist, den illegalen Handel mit gestohlenem oder ausgegrabenem Kulturgut einzudämmen. Solange terroristische Vereinigungen wie der "Islamische Staat" (IS) wissen, dass es einen Markt gibt, dass es Abnehmer gibt, werden sie weiter plündern und rauben", so Parzinger. "Angeblich soll der Umsatz aus dem illegalen Antikenhandel inzwischen an dritter Stelle hinter dem Drogen- und Waffenhandel liegen."

Es gebe zwei Gefahren. "Das eine ist die bewusste und gezielte Zerstörung von Weltkulturerbe aus ideologischen Gründen zu Propagandazwecken. Wir haben das etwa im Museum in Mossul erlebt, in Hatra, in Nimrud und in Ninive. Wir bangen darum, dass Ähnliches sich jetzt nicht auch in Palmyra wiederholt. Dann gibt es aber auch noch eine andere Art der Zerstörung, nämlich die systematische Durchwühlung von bekannten und unbekannten archäologischen Stätten auf der Suche nach wertvollen Antiken: Statuen, Schmuck aus Gold- und Silber, Rollsiegel, Keilschrifttafeln usw. Es gibt Luftbilder von riesigen Fundplätzen, die nur noch aus Kratern bestehen." (APA, 1.6.2015)

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