30 Kilometer Stau nach Lkw-Unfall im Wiener Stadtgebiet

1. Juni 2015, 16:25
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Unfall im Baustellenbereich am Knoten Prater – Tangente zu Mittag wieder freigegeben

Wien - Ein Lkw ist Montagfrüh in einer Großbaustelle auf der Südosttangente (A23) beim Knoten Prater verunglückt und hat einen Megastau in Wien verursacht. Verkehrsexperten sprachen von mehr als 30 Kilometer Stau im Stadtgebiet. Die Bergung des verletzten Lenkers dauerte fast eine Stunde, so schwer war die Fahrerkabine demoliert.

Der verunglückte Sattelschlepper fuhr laut Wolfgang Schererbauer von der Wiener Verkehrsabteilung gegen 5.00 Uhr in einem Pulk von drei litauischen Lastern Richtung Süden. Der Unfallort liegt kurz vor der Erdberger Brücke, wo Baustellen-bedingt zwei Spuren links geradeaus und zwei weitere rechts daneben über eine Ersatzfahrbahn führen. Der erste litauische Laster und ein weiterer, nicht zur Gruppe gehörender wechselten laut Schererbauer knapp davor die Spur – Lkw über 7,5 Tonnen müssen die Ersatzstrecke benützen.

Lenker nicht geschnitten worden

Für den nachfolgenden, von einem 26-jährigen Litauer gelenkten Laster näherten sich Baustelle und Ausweichspuren dadurch zu abrupt: "Er wurde nicht geschnitten, wie unsere Erhebungen ergeben haben, sondern hat durch das Wechseln der beiden Lkw vor ihm die Baustelle zu spät erkannt und verrissen." Vermutlich sei auch der Sicherheitsabstand zu den Vorderfahrzeugen zu gering gewesen, meinte Schererbauer. Hinter dem Fahrzeug des Unfalllenkers folgte noch dessen Vater mit einem weiteren Sattelschlepper.

Der Rettungseinsatz gestaltete sich schwierig: "Der Lenker war im Kopf- und im Beinbereich eingeklemmt", sagte Feiler. Sanitäter betreuten und beruhigten den Litauer, der die ganze Zeit bei Bewusstsein war, während der Sattelzug zuerst mit Hilfe eines Spezialabschleppfahrzeugs einige Zentimeter weit bewegt werden musste, ehe das hydraulische Rettungsgerät zum Einsatz kommen konnte. Bis der Mann aus der Fahrerkabine befreit war, dauerte es fast eine Stunde. Nach Angaben eines Sprechers des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) hat er Prellungen erlitten und wird auf der Normalstation eines Wiener Spitals behandelt.

Weitreichende Folgen

Die Folgen für das Verkehrsgeschehen waren weitreichend: Der Lkw lag quer auf den beiden linken Fahrsteifen Richtung Süden, Teile des Sattelschleppers ragen auf die Richtungsfahrbahn Norden. Auf der A23 stand alles still, viele Zufahrtsstraßen waren blockiert. Auf der Südautobahn (A2) Richtung Wien reichte die Kolonne zwischenzeitlich bis Guntramsdorf oder Wiener Neustadt, im Bereich der A23/S2 bis zur Hermann-Gebauer-Straße, auf der Ostautobahn (A4) bis zum Knoten Schwechat und auf der A22 (Donauuferautobahn) bis zur Floridsdorfer Brücke, so Schererbauer.

Es gab noch mehrere kleinere Unfälle sowie Pannen, zum Beispiel Fahrzeuge, die sich im Stau überhitzten. Auf der A22 bei Strebersdorf sorgte ein in Brand geratener Pkw für Probleme. Dort staute es sich laut ÖAMTC über fünf Kilometer.

Die Berufsrettung war mit drei Rettungsautos sowie einem Notarzt und fünf Sanitätern im Einsatz. Die Feuerwehr rückte mit 46 Einsatzkräften und 15 Fahrzeugen aus, darunter zahlreiches Spezialgerät für die Bergung. Die Ladung des Lkw - 14 Tonnen Rindenmulch und Torferde in Säcken - entluden die Feuerwehrkräfte händisch, ehe der Laster mit einem Kran aufgestellt und vom Unfallbereich weggeschleppt wurde.

Wieder frei

Erst zu Mittag waren laut Asfinag beide Fahrtrichtungen auf der A23 wieder frei. Zuvor mussten unter anderem auf einer Strecke von rund zehn Metern im Unfallbereich neue Leitschienen angebracht werden. (APA, 1.6.2015)

  • Der Lenker wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.
    foto: apa/berufsrettung wien / ma 70

    Der Lenker wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht.

  • Stau-Situation auf der Wiener Tangente beim Gewerbepark Stadlau am Montag Vormittag.
    foto: apa/harald schneider

    Stau-Situation auf der Wiener Tangente beim Gewerbepark Stadlau am Montag Vormittag.

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